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Obst und Gemüse: Bienen sorgen für Vielfalt

5. August 2016

Was Bienen leisten, verzaubert nicht nur Honigliebhaber, wenn sie die Süße schmecken, das Aroma riechen und sich den Geschmack von Robinien, Linden oder Kastaniennektar auf der Zunge zergehen lassen. Die Leistung der Honigbiene hat noch ganz andere Qualitäten: sie sorgt dafür, dass wir eine große Vielfalt an verschiedenen Obst- und Gemüsesorten zur Auswahl haben.

Kirschen

Von den 2.000 bis 3.000 Nutz- und Wildpflanzen, die hierzulande heimisch sind, sind rund 80 Prozent auf die Bestäubung durch die Honigbiene angewiesen. Die Biene ist das drittwichtigste Nutztier, gleich nach Rind und Schwein. Das, was sie gemeinsam mit anderen Insekten für die Bestäubung leistet, haben Wissenschaftler in einem konkreten Wert umgerechnet: Sie kommen auf etwa zwei Milliarden Euro an „volkswirtschaftlichem Nutzen“. Auch der Honigertrag wurde hierbei berücksichtigt.

Wie erwähnt, bekommt die Honigbiene bei der Bestäubung Unterstützung von anderen: Wildbienen, Schmetterlinge, Fliegen und andere Insekten. Doch kein anderer außer ihr versteht sich so gut im Teamwork und tritt in einer so großen Anzahl an Individuen auf, die gemeinsam an der selben Sache arbeiten. Ein Bienenvolk muss man immer als Ganzes sehen und als Ganzes leistet es Enormes. Ein einziges Honigbienenvolk kann nach Angaben des Nabu pro Tag drei Millionen Obstblüten bestäuben.

Äpfel

Gerade jetzt im August ist die Auswahl an Obst riesig. Auf den Wochenmärkten quellen die Verkaufstische regelrecht über von Kirschen, Pflaumen, Aprikosen und Pfirsichen, von Äpfeln und Birnen. Nicht zu vergessen das Gemüse: Möhren oder Kürbis zum Beispiel. Auch sie sind erst so schön und saftig geworden wie wir sie jetzt und noch weit in den Spätsommer hinein ganz frisch bekommen, weil Bienen sie bestäubt haben.

Bei Kürbisgewächsen wie der Zucchini und bei den Auberginen sind es übrigens oft Hummeln, die die Blüten bestäuben. Dabei beißen sie die Blüten von außen an und bringen sie durch Flügelschlagen zum Vibrieren. Durch dieses Beben wird die Blüte bestäubt. Hummeln zählen zu den Wildbienen.

Möhren

Obst, das von Bienen bestäubt wurde, ist den Erfahrungen der Forscher vom Laves Bieneninstitut in Celle zufolge schwerer und größer, wohlgeformter und süßer, widerstandsfähiger gegen Krankheiten und kann besser gelagert werden. Die Erträge steigen zudem stark an, wenn Bienen am Werk waren. Bei Himbeeren und Erdbeeren ist beispielsweise laut Nabu eine Steigerung um 50 Prozent möglich, bei Birnen um 70 Prozent, bei Pflaumen um 75 und bei Sauerkirschen um fast 80 Prozent. Bei Äpfeln sind es sogar über 80 Prozent.

Um zu zeigen, wie wichtig die Bienen tatsächlich dafür sind, dass wir so viele verschiedene Früchte essen können, muss man sich die Bestäubung einmal genauer ansehen: Damit eine Blüte bestäubt wird, muss der Pollen einer anderen Blüte auf der Narbe der Blüte landen bzw. wird er hier von der Bienen abgestreift, wenn sie den Nektar sammelt. Der Pollen hat sich meist ganz einfach in ihren Härchen am Körper verfangen und landet so „nebenbei“ auf der nächsten Blüte, die sie anfliegt. Das Pollenkorn wandert dann von der Narbe zur Eizelle im Innern des sogenannten Fruchtknotens. Dieser Fruchtknoten entwickelt sich später zur Frucht.

Aprikosen

Alle typischen Obstsorten, die bei uns wachsen wie Äpfel, Birnen, Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen, Aprikosen, Pfirsiche und Quitten sowie die vielen Beerensorten sind also auf die Bienen als Bestäuber angewiesen. Die Bestäubung durch den Wind ist bei den Obstsorten eher selten.

Auch beim Gemüse läuft das ähnlich ab, wobei weit mehr Obst- als Gemüsesorten auf Bienen angewiesen sind. Das zeigt die Natur schon alleine daran, dass Gemüse den Bienen grundsätzlich nicht ganz so viel von dem attraktiven Nektar bietet, der sie zu sich lockt.

Viel Spaß beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt! Eure Jana

Kürbis

So entsteht Sortenhonig

11. Mai 2016
Apfelblüten

Bienen lieben Apfelblüten. Reiner Obstbaumblütenhonig ist trotzdem eher selten. Fotos: Jana Tashina Wörrle

Honig kann sehr unterschiedlich schmecken, riechen und aussehen. Er kann fest und flüssig sein, hell oder dunkel, mild oder kräftig im Geschmack. Am markantesten zeigen das die Sortenhonige. Doch wie entstehen sie und wann im Jahr kann ein Imker welche Sorte ernten?

Ausschlaggebend für den Geschmack, die Konsistenz, Farbe und Geruch von Honig ist, von welchen Blüten die Bienen den Nektar gesammelt haben, den sie dann zu Honig weiterverarbeiten. Honig ist nie 100 Prozent sortenrein. Auch der sogenannte Sortenhonig stammt aus dem Nektar verschiedener Blüten.

Im Unterschied zu Honigen mit Bezeichnungen, in denen „Frühling-“ oder „Sommer-“ vorkommt und aus sehr vielen unterschiedlichen Nektarquellen in ähnlichen Anteilen bestehen, überwiegt bei einem Sortenhonig der Anteil einer ganz bestimmten Pflanze. Meist sind das mindestens 60 Prozent. Es gibt allerdings auch Honige, bei denen etwas anderes gilt: Bei Raps müssen es beispielsweise 80 Prozent sein und bei Robinie genügen 20 Prozent. Entscheidend ist, wann der Honig seine sortentypischen Eigenschaften aufweist.

Lohnenswerter Blütenbesuch

Dass es überhaupt dazu kommt, dass die Bienen derart viel Nektar von einer bestimmten Pflanze sammeln, liegt daran, dass Bienen „blütenstet“ und „ortsstet“ sind. Wenn eine Biene zu Sammelflug aufbricht, besucht sie nur Blüten der selben Pflanzenart. Wenn sie dabei spürt, dass die angesteuerten Pflanzen so viel Nektar bieten, dass sich ein zweiter, dritter oder viele weitere Besuche lohnen, dann bleibt sie dieser Pflanze treu. Sie fliegt immer wieder an den Ort, wo sie sie gefunden hat. Über den sogenannten Schwänzeltanz, gibt sie die Information, dass an einem bestimmten Ort besonders guter Nektar zu finden ist, an ihre Kolleginnen weiter.

So kann es vorkommen, dass sehr viele Bienen während der Blütezeit bestimmter Pflanzen vor allem dort Nektar sammeln. Wenn der Imker vor dieser Blütezeit neue Honigräume auf seine Bienenstöcke stellt und diese aberntet, wenn die Blüte vorbei ist, hat er Honig, der zu einem sehr großen Teil aus dem Nektar einer bestimmten Pflanze stammt: Sortenhonig.

Noch weiter steuern, kann man das durch das Anwandern von bestimmten Trachten. So stellen einige Imker ihre Bienenstöcke im Frühjahr ganz gezielt in die Nähe von Rapsfeldern oder im Spätsommer in Gebiete, in denen viele Sonnenblumen blühen. Bei attraktiven Nahrungsquellen klappt es, dass die Bienen die angewanderten Pflanzen besonders oft besuchen und dort Nektar sammeln. So geschieht es übrigens auch jedes Jahr, dass Imker vom Land mit ihren Bienen zur Lindenblüte nach Berlin hineinwandern.

Honig wie frisch aus der Blüte

Es gibt Honigliebhaber, die auf eine ganz bestimmte Honigsorte setzen und nur diese essen. Andere brauchen Abwechselung und essen am liebsten ganz frischen Honig, der kurz zuvor noch im Bienenstock bzw. in der Blüte war. Wer so verfährt, muss wissen, wann welche Pflanzen blühen und wann welcher Honig geerntet wird.

Kleine Anmerkung: Neben Nektar sammeln Bienen auch den sogenannten Honigtau in unterschiedlichem Maße und von unterschiedlichen Pflanzen. Honigtau ist eine zuckerhaltige Ausscheidung von an pflanzensaugenden Insekten wie zum Beispiel von Blattläusen. Die Bienen sammeln den Honigtau genauso wie den Nektar und verarbeiten ihn zu Honig. Auf unterschiedlichen Pflanzen finden sich unterschiedliche Arten dieser Insekten und so unterscheidet sich auch der Honigtau. Typischerweise bzw. in einem sehr großen Anteil ist Honigtau in Waldhonig, in Tannenhonig und im sogenannten Blatthonig zu finden. Blatthonig stammt von Laubbäumen, die mit pflanzensaugenden Insekten besetzt sind.

Nun zu den Sortenhonigen bzw. den Blühzeiten, der Pflanzen, die den Nektar oder Honigtau für die hierzulande typischen Sortenhonige liefern:

Ahorn: Sehr früh im Jahr, nämlich im April, beginnen die Ahornbäume zu blühen. Dabei handelt es sich meist um den Spitzahorn. Er ist in den Städten verbreiteter als die anderen Sorten wie etwa der Bergahorn, der im Mai blüht. Reiner Ahornhonig ist sehr selten, da Ahornbäume meist zur selben Zeit wie andere Frühblüher Blüten tragen. Andererseits kann es sein, dass die Bienen den Nektar selbst verbrauchen, wenn es noch sehr kühl ist. Dann spricht man davon, dass die Bienen, die nun anfangen zu brüten, den Nektar direkt in Brut umsetzen. Ahornhonig ist lieblich im Geschmack mit einer sehr fein-würzigen Note. Er ist hellbraun, ähnlich wie bernstein.

Raps: Auch Rapshonig ist einer der ersten im Jahr. Raps blüht meist ab April und ganz sicher im Mai – je nachdem, wann das Wetter warm genug ist und das Frühjahr startet. Rapshonig ist sehr hell, fast weiß und kristallisiert sehr schnell aus, so dass ihn die meisten Imker cremig rühren. Rapshonig hat einen hohen Anteil an Traubenzucker und schmeckt sehr mild.

Obstbäume: Honig von Obstbaumblüten stammt meist von Imkern, die mit ihren Bienen zu Obstbaumplantagen wandern oder deren Bienenstöcke auf großen Streuobstwiesen stehen. Denn Obstbäume blühen zu einer ähnlichen Zeit wie der Raps, der sehr attraktiv für die Bienen ist und sie stärker anlockt. Eine weitere Möglichkeit, Obstbaumblütenhonig zu ernten, bietet das Imkern in der Stadt, da es hier keine Rapsfelder gibt. Obstbaumblütenhonig ist mild, schmeckt jedoch ein wenig fruchtiger als Rapshonig. Er hat ebenfalls einen hohen Anteil an Traubenzucker und kristallisiert sehr zügig. Die Zeit der Obstbaumblüte ist verhältnismäßig lang, da zum Beispiel die Kirschbäume schon Mitte April blühen und dann von anderen Obstbäumen wie Birne und Apfel im Mai abgelöst werden.

Löwenzahn

Die Löwenzahnblüten locken Bienen an. Doch sie haben starke Konkurrenz.

Löwenzahn: Löwenzahnhonig schmeckt aromatisch und etwas nussig. Er ist hellgelb und kristallisiert relativ schnell bzw. wird cremig gerührt, wenn er beginnt Kristalle zu bilden. Der Löwenzahn hat eine lange Blühzeit von April bis in den Juli hinein. Meist wird der Honig in höher gelegenen Regionen geerntet wie etwa im Schwarzwald, da es hier große Flächen davon gibt und wenig Pflanzen, die den Blüten Konkurrenz bieten.

Rosskastanie: Die Rosskastanie blüht im Mai und Juni und gibt den Bienen viel Nektar. Da zur selben Zeit allerdings viele andere Pflanzen blühen und die Bienen anlocken, ist es eher selten, dass man Rosskastanienhonig als Sortenhonig findet. Meist ist er Bestandteil von Frühlingsblütenhonig. Nicht zu verwechseln ist er mit dem eigentlichen Kastanienhonig, der von Edelkastanien stammt und meist aus dem Ausland kommt. Die Unterschiede liegen ganz klar im Geschmack: Rosskastanienhonig ist würzig und lieblich süß zugleich. Der Honig von Edelkastanien ist dageben sehr herb. Er ist zudem dunkel und zähflüssig. Rosskastanienhonig ist dagegen hellbraun und bleibt lange flüssig.

Robinie: Auch die Robinie hat ihre Blütezeit im Mai und Juni – je nachdem, wie sich das Wetter im Jahresverlauf entwickelt. Sie ist allerdings sehr kurz, so dass die Imker es gut abpassen müssen, wenn sie relativ reinen Robinienhonig ernten wollen. Robinienhonig ist einer der mildesten Honige. Er ist sehr sehr hell, fast transparent und auf jeden Fall flüssig – und das bleibt er auch. Er schmeckt sehr klar und lieblich. Robinienhonig wird auch unter dem Namen Akazienhonig verkauft. Das ist allerdings nicht ganz korrekt, da es sich bei der Robinie nur um eine „Scheinakazie“ handelt. Akazien wachsen in unseren Breitengraden nicht.

Kornblume: Die Kornblume blüht normalerweise an Feldrändern gemeinsam mit Mohnblumen und anderen Wildpflanzen. Leider gibt es an Feldrändern immer weniger Blühstreifen, so dass Kornblumen nicht mehr so oft zu sehen sind – meist nur an Bio-Äckern. Auch Honig von Kornblumen ist dementsprechend selten geworden. Blühende Kornblumen sind von Mai bis August zu finden. Kornblumenhonig hat eine ganz eigene Note. Manche beschreiben den Geschmack als aromatisch mit einem bittersüßen Hauch, andere als besonders herzhaft. Der Honig ist intensiv gelb und kristallisiert schnell aus.

Klee: Kleehonig stammt vom Nektar des Weißklee, der von Mai bis September eine sehr lange Blühzeit hat. Auch er gilt als eher seltene Honigsorte, da die Bienen zur selben Zeit eine Menge an anderen Nektarsorten finden und da es nur sehr wenige große Kleefelder gibt. Kleehonig hat einen sehr hohen Anteil an Traubenzucker und eine sehr sehr helle Farbe, ähnlich wie Rapshonig. Er schmeckt lieblich süß und mild und ist daher bei Kindern sehr beliebt.

Linde

Die Lindenblüte zieht jedes Jahr Imker nach Berlin.

Linde: Bei der Lindenblüte muss man zwischen den verschiedenen Lindenarten unterscheiden. Insgesamt gibt es vor allem in den Städten wie Berlin eine rund zwei monatige Blütezeit der Linde, da sich die einzelnen Arten quasi mit ihrer Blüte aneinanderreihen. Erst blüht die Sommerlinde, dann die Holländische Linde, es folgen die Winterlinde und die Silberlinde. So streckt sich die Lindenblüte von Anfang Juni bis Ende Juli. Lindenblütenhonig schmeckt sehr besonders, da er viele ätherische Öle enthält. Das macht ihn etwas minzig im Geschmack. Er ist sehr aromatisch. Lindenblütenhonig ist frisch geerntet flüssig, fängt aber mit der Zeit an zu kristallisieren. Neben dem Lindenblütenhonig gibt es auch Lindenblatthonig, denn Linden sind begehrte Bäume für Blattläuse. Meist mischen sich im Lindenhonig Nektar der Lindenblüten und Honigtau.

Sonnenblume: Die Sonnenblume blüht ab Juli und manchmal bis in den Oktober hinein – in den Gärten meist schon früher und auf Feldern erst im Spätsommer oder Herbst. Der Honig von Sonnenblumen ist kräftig gelb und zähflüssig. Sonnenblumenhonig hat eine herbe Süße, die auch als weihrauchartig oder leicht säuerlich beschrieben wird.

Phacelia: Phacelia ist ein Allroundtalent und wird immer häufiger angebaut, da die Pflanze auch als Energie- und Futterpflanze verwendet wird, also in Biogas-Anlagen vergärt oder verfüttert werden kann. Phacelia kann von Anfang Juni bis Ende September, blühen – je nach Aussaat. Oft wird sie als Zwischenfrucht angebaut. Das Gute an dieser Pflanze: Phacelia spendet – anders als viele andere Energiepflanzen – sowohl sehr viel Nektar als auch Pollen. Sie wird deshalb auch „Bienenfreund“ genannt. Der Honig von Phacelia-Nektar ist hellbeige, fast weiß und kristallisiert ebenfalls schnell und fein aus. Er hat einen etwas exotischen Geruch und auch der Geschmack lässt sich als „besonders“ beschreiben. Phacelia-Honig schmeckt blumig-aromatisch.

Buchweizen: Auch Buchweizen wird – wie Phacelia – als Zwischenfrucht angebaut. Er blüht ab der zweiten Hälfte des Juli bis Ende September. Buchweizenhonig gilt im Vergleich zu den anderen Honigen als nicht sehr süß; der Geschmack wird häufig als „rustikal“ beschrieben und sehr aromatisch, fast karamellig. Er ist sehr dunkel und soll gut gegen Erkältungen helfen.

Heide: Heidehonig gilt als Besonderheit bei Feinschmeckern. Heidehonig hat eine ganz eigene Konsistenz, die sich am besten als geleeartig beschreiben lässt. Der Honig schmeckt kräftig süß und aromatisch. Die Farbe des Heidehonigs kann von gelb-rötlich, hellbraun bis bernsteinfarben variieren. Heidekraut, die sogenannte Besenheide, blüht im August und September und ist für viele Bienen, die letzte Massentracht, die sie im Jahr anfliegen.

Waldhonig: Waldhonig (oder auch Blatthonig oder Tannenhonig) besteht wie oben genannt zum größten Teil aus Honigtau. Meist gibt es die meisten pflanzensaugenden Insekten wie die Blattläuse im Spätsommer, so dass Waldhonig am Ende der Honigsaison geerntet wird. Er ist besonders aromatisch und würzig. Er enthält besonders viele Mineralstoffe und bleibt sehr lange flüssig. Waldhonig ist braun, richtiger Tannenhonig manchmal sogar fast schwarz.

Zugegebenermaßen ist die geschmackliche Beschreibung der einzelnen Honigsorten etwas kompliziert und das Beste ist, wenn jeder sie selbst testet und die eigenen Favoriten findet. Das Honigjahr 2016 beginnt gerade – also der beste Zeitpunkt zum Einstieg. Eure Jana

Samenbomben basteln: Lasst es blühen

2. Februar 2016
blühender Mittelstreifen

Foto: Netzwerk Blühendes Berlin

Berlin hat den Bienen ziemlich viel zu bieten – von Frühling bis zum Spätsommer blüht fast immer irgendwo ein Baum, Strauch oder eine Wiese, die ihnen Nahrung bieten. Doch trotzdem gibt es noch genügend freie Flächen, auf denen Bienenweide fehlt. Für mehr Blüten und Nektar kann jeder ganz einfach sorgen, wenn er Samenbomben verteilt. Wie man sie herstellt, erfahrt ihr hier.

„Samenbomben“ – was so militärisch klingt, hat durchaus friedliche Absichten. Wer sie verteilt, bringt Parks, Grünstreifen oder die kleinen Flächen rund um die Straßenbäume zum Blühen. Samenbomben oder besser gesagt die daraus entstehenden Blüten schaffen außerdem Nahrung für die Bienen – sowohl für die vielen wilden als auch für die Honigbienenvölker der Städte. Voraussetzung natürlich man wählt die richtigen Samen.

Hier gibt es eine Anleitung zum selber basteln der kleinen Blütenbringer:

Man braucht:

  • Blumensamen: am besten von Kornblumen, Lavendel, Sonnenblumen oder gleich eine Mischung aus bienenfreundlichen Wildblumen (Tipps zur Wahl der Samen gibt auch der BUND >>> )
  • Blumenerde (bitte torffrei)
  • Komposterde (wenn unkompliziert zu bekommen)
  • Tonerde (oder Tonmehl aus dem Baumarkt oder Bastelladen)
  • Wasser

Man verwendet die Zutaten in folgendem Verhältnis: 1 Teil Blumensamen, 2 Teile Blumenerde und 1 Teil Komposterde oder 3 Teile Blumenerde, 5 Teile Tonerde und 1 Teil Wasser.

Alle Zutaten werden gut gemischt und zu Kugeln geformt. Diese lasst ihr in der Sonne trocknen. Die optimale Zeit zum Verteilen der kleinen Bomben ist im März und April, wenn der Frühling startet (beachtet trotzdem die Anleitung auf der Samenpackung). Die Kugeln werden einfach in die Erde gedrückt und – wenn möglich – mit etwas Wasser begossen. Der Rest erledigt sich quasi von allein.

Lasst es blühen! Eure Jana

Warum Bienen Minusgrade brauchen

4. Januar 2016

Bienen am Flugloch mitten im Winter: Kein schönes Bild, denn eigentlich sollten sie sich erholen und in der Wintertraube sitzen. Foto: Jana Tashina Wörrle

Endlich ist es kalt. Endlich Minusgrade. Für die Bienen sind sie wichtig, denn nur wenn es knackig kalt ist, legt die Königin mal eine Pause ein. Der Winter 2015/2016 könnte kritisch werden.

Nun sind sie da die Minusgrade. Doch sie kommen spät und wie es aussieht, bleiben sie nicht lange. Schon ab dem kommenden Wochenende könnte es wieder um die 6 Grad warm sein. Ab etwa 10 Grad fliegen die Bienen wieder. Dann können sie zwar auch endlich wieder ihren Darm entleeren – Bienen sind sehr reinliche Tiere und machen nicht in den Stock – doch im Moment finden sie keine Nahrung und ein Ausflug ist somit quasi eine unnütze Energieverschwendung.

Wirklich nötig ist die Möglichkeit zum Reinigungsflug jetzt zudem nicht, weil die Bienen den ganzen November und Dezember in Berlin bei manchmal bis zu 15 Grad im Sonnenschein gute Möglichkeiten hatten den Stock zu verlassen. Auch in diesen Monaten war es in Berlin verhältnismäßig warm.

Der warme Winter sorgt aber nicht nur dafür, dass die Bienen ausfliegen und mehr Energie als nötig verbrauchen statt kuschelig in der Wintertraube zu sitzen und sich gegenseitig zu wärmen. Bienen  halten nämlich anders als oft angenommen keinen Winterschlaf. Sie sitzen eng beieinander um die Königin herum und wärmen sich gegenseitig durch ständige Bewegungen – genau genommen ständige Muskelzuckungen.

Dabei wechseln sie immer wieder ihren Ort vom Inneren der Traube oder Kugel nach außen. So ist jeder mal dran außen zu sitzen, wo es kälter ist und wo mehr Bewegung nötig ist. Auch hierbei verbrauchen die Bienen Energie, allerdings weniger, als wenn sie ausfliegen.

Die milden Temperaturen animieren also nicht nur die Arbeiterinnen draußen nachzusehen, ob schon etwas blüht und ob es Nektar zu sammeln gibt. Sie verleiten auch die Königin dazu, ihren ganz normalen Tätigkeiten nach zugehen: dem Eierlegen. In milden Wintern kann es vorkommen, dass Bienenvölker durchbrüten. Auch damit verbrauchen sie mehr Energie als nötig.

Die Vorräte im Stock werden knapp und die Königin und die Arbeiterinnen powern sich unnötig aus. Die eine beim Eierlegen und die anderen bei der Brutpflege. Das kann Auswirkungen auf die folgenden Populationen haben, die dann weniger stark sind.

Weniger stark bedeutet auch, stärker anfällig für Krankheiten und Parasiten. Durch den Klimawandel werden immer mehr Parasiten aus anderen wärmeren Ländern bei uns heimisch.

Das größte Problem für die Bienen ist und bleibt allerdings die Varroa-Milbe – und diese profitiert vom milden Klima und vor allem von der Tatsache, dass es in den Bienenvölkern keine Brutpausen mehr gibt bzw. nicht zuverlässig jeden Winter. Die Varroa-Milbe vermehrt sich in den Brutzellen der Bienen – und genau das kann sie den ganzen Winter über tun, wenn durchgängig Brutzellen vorhanden sind.

Auch wenn man meinen könnte, dass bei Minusgraden auch die Bienen frieren, ist das ein Trugschluss. Mit kaltem Winterwetter können die Bienen bestens umgehen, mit Frühlingstemperaturen im Dezember wird es dagegen schwieriger. Am besten sind für die Bienen ein paar wenige Grad über Null oder Temperaturen um den Gefrierpunkt, denn dann müssen sie weder viel heizen noch kommen sie auf die Idee auszufliegen oder zu brüten.

Ähnlich geht es übrigens allen Tieren, die eigentlich einen Winterschlaf halten oder in eine Winterstarre verfallen, wenn die Temperaturen zu stark sinken. Sie haben zwar nicht unbedingt ein Problem mit der Varroa-Milbe, aber sie brauchen die Pause um fit für den nächsten Frühling zu sein.

Einen schönen Winter wünscht Jana.

Blumenwiese: So blüht es gleich im Frühjahr

13. Oktober 2015

Typische Wiesenblume: Löwenzahn. Foto: Jana Tashina Wörrle

Draußen ist es trüb und immer kälter. In vielen Gärten und Balkons blüht kaum mehr etwas. Wer schon jetzt vom Frühling träumt, kann vorsorgen und schon jetzt Blumensamen aussähen, die im Frühjahr den Bienen Nahrung bieten und die schnell Blumenwiesen zaubern – auch auf dem Balkon. Tipps von einem Gärtnermeister.

Hermann Hüsers ist Imker und Gärtnermeister. Im Deutschen Bienen-Journal hat er über das ganze Jahr 2015 anderen Imkern unter anderem Tipps gegeben, was sie wann pflanzen können, damit die Bienen im heimischen Garten oder auf dem Balkon Nahrung finden. Im Oktoberheft riet er dazu, schon jetzt Blumensamen auszusähen fürs nächste Frühjahr.

Der Tipp klingt gut, aber welche Samen sind die richtigen? Und was sollte man noch beachten, damit die Pflanzen sicher wachsen und gedeihen können? Ich habe nachgefragt.

Konkret meint Hermann Hüsers mit seinem Tipp die Aussaat von Blumenwiesen mit Kornblumen, Löwenzahn und vielen verschiedenen Wildkräutern sowie Samen von sogenannten Frostkeimern. Frostkeimer sind Pflanzen, die den Frost brauchen, um im kommenden Frühjahr aufblühen zu können.

„Wir haben festgestellt, dass wir bei einer Aussaat im April oder Mai eine späte Blüte – bis in den Oktober hinein – haben und bei der Aussaat im Oktober eine sehr frühe Blüte, die schon im Mai beginnt“, erzählt der Gärtnermeister und gibt als weiteren Tipp zu Samenmischungen: Auf keinen Fall sollte man diese zu dicht säen und frühzeitig beobachten, wenn unerwünschte Arten dabei sind. Diese sollte man am besten schnell entfernen.

Mischungen für Blumenwiesen kann man seiner Meinung nach auch gut in Balkonkästen aussähen. „Je nach Größe der Behälter sollten nicht zu hoch wachsende Arten verwendet werden“, rät Hermann Hüsers. Als Beispiel für die Frostkeimer nennt er die Konrade, deren Samen man jetzt aussähen sollte und die dann im Frühjahr Nahrung für die Bienen bietet.

Das können aber auch viele andere der Frostkeimer oder Kaltkeimer, wie sie auch oft genannt werden. Eine Liste dieser Pflanzen findet ihr hier im Blog „Wildes Gartenglück“ und wenn ihr Euch darüber informieren wollt, was die Pflanzen in Sachen Bienenweide bieten, könnt ihr hier suchen auf der Internetseite von „die Honigmacher“.

Mein Pflanztipp für einen schönen, duftenden und bienenfreundlichen Balkon: Lavendel, Salbei und Vergissmeinnicht.

Viel Spaß beim Pflanzen. Eure Jana

Höhepunkt im Bienenjahr

22. Juni 2015

Eine volle Brutwabe. Foto: Jana Tashina Wörrle

Der 21. Juni ist der längste Tag des Jahres. In vielen Ländern – vor allem im Norden – feiern die Menschen diesen Tag der Sommersonnenwende. Auch im Bienenstock ist dann der Höhepunkt des Jahres erreicht. Die Bienenvölker sind so stark wie zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr. Die Vermehrung nimmt nun ab, aber die Bienen sammeln weiter fleißig Honig.

Die Sommersonnenwende ist ein wichtiger Wendepunkt im Bienenvolk. Bis zum 21. Juni, wenn die Tage immer länger werden, vermehren sich die Bienen ununterbrochen, denn bis dahin legt die Bienenkönigin ist meisten Eier. Die Brutnester wachsen bei den Wirtschaftsvölkern, deren Königin schon mindestens ein Jahr als ist, auf ihre maximale Stärke heran. Mehrere zehntausend Bienen gehören dann zu einem Volk.

Im Mai und Juni herrscht die Schwarmzeit bei den Bienen und sie vermehren sich, indem sie sich teilen. Die Königin zieht dann manchmal mit einem Teil des Volkes aus dem Bienenstock aus. Sie macht Platz für eine neue Königin, die die zurückbleibenden Bienen schon in den Tagen vor dem Schwärmen aus einem Ei oder einer ganz jungen Made hergezogen haben.

Bis zum 21. Juni haben die meisten Imker in Berlin und der Umgebung Frühlings- und oft auch schon den feinen, milden Robinienhonig geerntet. Im Frühlingshonig sind verschiedene Nektarsorten zu finden– mal als Sortenhonig, mal gemischt als Jahreszeitenhonig – wie Raps, Obstbaumblüte, Rosskastanien, Ahorn oder Löwenzahn. Je nach Standort unterscheiden sich Zusammensetzung, Geschmack und Konsistenz.

Eine volle Honigwabe. Foto: Jana Tashina Wörrle

Nach der Sommersonnenwende nimmt die Legeleistung der Königin in den Wirtschaftsvölkern ab, da jetzt allerdings die größte Masse an Bienen in einem Stock lebt, ist die Honigsammelleistung hoch. Ab dem 21. Juni verändern die länger werdende Nächte und kürzer werdenden Tage den Lebensrhythmus der Bienenvölker. Wenn die Sommerlinde anfängt zu blühen, haben die Bienen mit dem Nektarsammeln richtig viel zu tun und nicht mehr so viel mit der Aufzucht der jungen Bienen. Sie denken schon an den Winter und fangen an große Vorräte anzulegen. Über diese Vorräte freuen auch wir uns.

In der Berliner Innenstadt ist die Lindentracht besonders ausgiebig, denn hier löst eine Lindenart die andere in der Blütezeit ab. Nach der Sommerlinde blühen noch die Holländische Linde, die Winterlinde und die Silberlinde und sorgen dafür, dass die Bienen auch dann nicht hungern müssen, wenn wir den frisch eingetragenen Honig ernten. Die Berliner Lindenblüte ist sogar so begehrt, dass Jahr für Jahr Imker aus dem Umland zu ihrer Blühzeit mit ihren Bienenvölkern in die Stadt einwandern.

Doch auch nach der Lindenblüte ist die Sammelzeit der Bienen noch nicht zwingend vorbei. Je nach Region und Wetter blühen im Spätsommer noch Sonnenblumen oder Heidekraut und immer dann, wenn die Bäume viele Blattläuse haben, gibt es Honigtau und damit Blatthonig – stammt er von Tannen, Fichten oder anderen Nadelbäumen, nennt man ihn Waldhonig. Er ist besonders mineralstoffhaltig und aromatisch.

Auch wenn es dann für uns noch längst nicht Winter ist, bereiten sich die Bienen schon intensiv auf die kalte Jahreszeit vor. Die Königin legt dann die Eier, aus der später die Winterbienen schlüpfen.

Was das Honigjahr 2015 noch alles mit sich bringt, bleibt spannend und ist jedes Jahr eine Überraschung. Den neuen Honig aus dem Frühjahr könnt ihr schon jetzt probieren und einfach bei Berliner Bärengold bestellen. Wer sich für die begehrte Lindenblüte interessiert, kann sich schon jetzt ein paar Gläser reservieren.

Genießt den Sommer! Eure Jana

Hauptstadtlinde

Frühlingsblüten

14. April 2015

Schmetterlinge

Die ersten Blüten sprießen, der Frühling macht sich langsam startbereit und damit auch die Bienen. Ab etwa zehn Grad Celsius beginnen sie mit ihren ersten Reinigungs- und Erkundungsflügen. Wird es dann immer wärmer, geht es los mit dem Sammeln von Pollen von Krokus, Schneeglöckchen, Blaustern und den ersten Sträuchern.

Die Bienen fangen nun aber auch schon an, den ersten Nektar aufzuspüren. Denn Ahorn, Kirsche und andere Obstblüten sprießen genau wie Weißdorn, Mahonie und die Weiden. Bald geht es mit den Kastanien weiter, die in der Stadt bereits erste Ansätze ihrer dicken kerzenartigen Blüten zeigen. Aber nicht nur die Bienen sind schon fleißig dabei, die vielen Blüten zu bestäuben, auch Schmetterlinge sind unterwegs.

Zwar ist in diesem Jahr alles ein wenig später dran als 2014. Trotzdem könnte es bald schon den ersten Frühlingsblütenhonig geben. Wir können wieder gespannt sein, wie er in diesem Jahr schmeckt und welche Nektaranteile am stärkstens sein werden.

Doch der Frühling schmeckt nicht nur ganz besonders, er ist auch jedes Jahr von Neuem ein Augenschmaus. Hier ein paar Eindrück von einigen Pflanzen und Bäumen, die in der Berliner Innenstadt im Frühling blühen:

Sibirischer Blaustern

sibirischer Blaustern (scilla sibirica)

Blaustern3

 

Krokus

Krokus2

Krokus3

 

Trauerweide

Trauerweide (Salix babylonica)

Weide1

 

Weißdorn

Weißdorn1

Weißdorn2

 

Rosskastanie

Kastanie

Kastanie2

 

Ahorn

Die ersten Ahornblüten in diesem Jahr.

 

Mahonie

Mahonie

Mahonie1

 

Löwenzahn

Löwenzahn

Herbst im Bienenstock: Kampf der Varroa-Milbe

10. September 2014

Bienen_Flugloch

Die Spätsommersonne verliert an Kraft und langsam wird das Wetter herbstlich. Die Bienen sind allerdings mal wieder schneller als wir. Sie machen sich schon jetzt bereit für den Winter. Und dabei gibt es eine Sache, womit wir ihnen helfen müssen: beim Kampf gegen die Varroa-Milbe.

Diese Milbe ist ein Parasit und ihr Name lautet ganz korrekt: Varroa destructor. Was so fies klingt, ist es auch. Denn die Milben können den Bienen schaden, wenn sie sich im Bienenstock zu stark vermehren. Die Varroa-Milbe saugt sich am Körper der Biene fest, schwächt sie und macht sie anfälliger für Krankheiten. Da sich die Milben allerdings auch auf der Brut niederlassen und bereits dort anfangen zu saugen, können die Jungbienen teilweise gar nicht mehr gesund aufwachsen. Nicht selten haben sie dann deformierte Flügel. Breiten sich die Milben zu stark aus, können ganze Bienenvölker daran sterben.

Die Varroa destructor ist in den 70er Jahren aus Asien zu uns gekommen. Die dortigen Bienenvölker sind immun gegen diesen Parasit. Doch unsere Bienen sind auf Hilfe angewiesen, denn alleine werden sie kaum mit der Milbe fertig. So müssen wir Imker die Bienen gegen die Varrose – so wird der Befall der Bienen mit den Varroa-Milben genannt – behandeln. Das steht einmal im Jahr und zwar im Herbst an.

Damit die Bienen gesund und fit in den Winter gehen, versuchen wir die Anzahl der Milben im Bienenstock so stark wie möglich zu reduzieren. Dazu kann man ganz unterschiedliche Mittel verwenden. Die großen Pharmakonzerne haben die Varrose auch bereits für sich entdeckt und bieten entsprechende Medikamente an. Doch diese Mittel sind chemisch und deshalb umstritten.

Man kann die Varroa-Milben aber auch mit organischen Säuren behandeln. Das ist der Regelfall, auf den die meisten Imker zurückgreifen – und es ist die Vorgabe für alle Imker, die ihren Honig bei der Berliner Bärengold GmbH anbieten.

Organische Säuren, die hierbei zum Einsatz kommen, sind Milchsäure, Oxalsäure und vor allem die Ameisensäure, die jetzt im Herbst zum Einsatz kommt. Sie wird im Bienenstock verdampft, indem man sie entweder auf ein Tuch oder in einen extra dafür vorgesehenen Verdampfer träufelt und dann auf oder zwischen die Waben legt.

Die Ameisensäure tötet die Milben, aber die Bienen nicht. Natürlich sind auch diese nicht erfreut über die Säure mitten in ihrem Nest. Dennoch steht mittlerweile fest, dass die Bienen hierzulande kaum Überlebenschancen hätten, wenn wir sie nicht gegen die Varroa-Milben behandeln würden. Es ist traurig, aber wahr, dass nicht nur wir auf die Bienen angewiesen sind (ihre Bestäubungsleistung und natürlich den leckeren Honig), sondern sie auch auf uns.

Zu hören und zu lesen ist von der Varroa-Milbe deshalb auch immer wieder, wenn es um das Bienensterben der vergangenen Jahre geht. Doch dafür ist sie nicht alleine verantwortlich. Vor allem auch auf dem Land ist es auch der Wandel der Landwirtschaft in immer größere Flächen voller Monokulturen wie Mais und andere Feldfrüchte, die den Bienen keine Nahrung bieten. Dazu kommt, dass es immer weniger Blühstreifen an den Feldrändern gibt und dass der Einsatz von Pestiziden und Spritzmitteln zunimmt. Das alles belastet die Bienen – letzteres auf dem Land sogar mehr als in der Stadt.

Bleibt jetzt noch zu klären, warum wir die Bienen denn gerade jetzt gegen die Milben behandeln. Wie schon erwähnt, sollen die Bienen möglichst unbelastet in den Winter gehen. Dazu kommt aber auch, dass die Säure – auch wenn sie auf natürlicher Basis ist und sogar in kleinen Anteilen im Honig immer enthalten ist – sich nicht im frischen Honig ansammeln soll. Deshalb behandeln wir die Bienen erst nach der letzten Honigernte im Jahr.

Auf das es im kommenden Jahr wieder so viel leckeren Berliner Honig gibt. Dass die Ernte 2014 nun abgeschlossen ist, bedeutet für Euch allerdings auch, dass ihr den Honig nun in Hülle und Fülle vernaschen könnt.

Guten Appetit! Eure Jana

Bienen lieben Berlin – und Vergissmeinnicht

22. Juli 2014

 

Vergissmeinnicht1

Honig vom Dach, Honig aus dem Park, Honig aus dem Garten, Honig vom Friedhof oder Honig vom Balkon – die Vielfalt der Imkerplätze in Berlin ist beachtlich und damit auch die Vielfalt des Honigs. Eines haben aber alle gemeinsam: das Vergissmeinnicht.

Berlin blüht. Von Frühling bis zum Spätsommer können die Bienen hier meist immer etwas finden. Parks, Kleingärten, reichlich mit Blumenkästen bestückte Balkons, Friedhöfe, Brachflächen und die vielen Straßenbäume bieten ein abwechslungsreiches Angebot für die Stadtbienen.

Ganz besondere Blümchen

Das reiche Angebot findet sich dann auch im Honig wieder und so besteht der Berliner Honig meist aus einer bunten Nektar-Zusammensetzung. Im Sommer ist eigentlich immer Linde mit dabei, denn Lindenbäume gibt es reichlich. Und die Linde ist für viele Imker auch oft der einzige Sortenhonig, der sich in der Hauptstadt ernten lässt.

Aber dann wäre da noch ein ganz besonderes Blümchen, das zwar nicht so viel Nektar bietet, dass es für einen Sortenhonig ausreichen würde. Bei den meisten Sorten müssen dafür über 50 Prozent des Blütenpollens von einer ganz bestimmten Pflanze kommen – bei Rapshonig ist es noch mehr. Mit dem besonderen Blümchen meine ich das Vergissmeinnicht, das man in jedem Honig findet.

Das bestätigt auch eine Analyse des Länderinstituts für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. Die Wissenschaftler haben den Berliner Honig auf seine typischen Merkmale hin untersucht und festgestellt, dass Vergissmeinnicht (Myosotis) immer vertreten ist. Zudem ist der Rapsanteil (ist sehr niedrig, die Pollenvielfalt groß und die Hauttrachtpflanzen sind Bäume.

Besonders für Berlin ist aber nicht nur das Trachtangebot und die Vielfalt, die damit im Honigglas landet, sondern auch, dass es mittlerweile so viele Stadtimker gibt. In allen Bezirken Berlins wird geimkert. Das zeigte sich vergangenes Wochenende auch beim Stadthonigfest im Kreuzberger Prinzessinnengarten, wo viele Imker ihren Stadthonig angeboten haben.

Wo kommt Dein Honig her?

Beim Durchprobieren zeigte sich schnell: die Frühlingsblüte aus Charlottenburg schmeckt anders als die aus Pankow, der Sommerhonig aus Zehlendorf hat eine andere Note als der aus Wedding und das, obwohl sie oft zur gleichen Zeit geerntet wurden. Sie unterscheiden sich dann auch in Farbe und Konsistenz.

Einfluss auf das, was im Glas landet, hat auch der Standort der Bienen. Da gibt es Imker, die nahe dem Zoologischen Garten stehen und deren Bienen deshalb auch ein paar exotische Blüten sammeln oder Imker mitten in Kreuzberg, deren Bienen am liebsten zu den vielen Robinien und Linden fliegen. Andere haben viele Nadelbäume in der Umgebung, von denen die Bienen Honigtau sammeln und wieder andere stehen mitten in der Kleingartenanlage mit vielen Obstbäumen und Sonnenblumen im Herbst.

Berliner Honig ist also nicht immer der gleiche Berliner Honig. Wichtig ist die genaue Herkunft und die kann man bei den Bärengold-Gläsern über den Imkerstempel erkennen. Er ist auf jedem Glas enthalten. Schau doch mal nach.

Eure Jana

Vergissmeinnicht2

 

Warum Bienen im Sommer manchmal hungern

7. Juli 2014

Bienen auf Wabe

Die Linde ist der klassische deutsche Stadtbaum. Neben Himbeer- und Brombeersträuchern, Lilien, Malven und anderen schönen Blüten blüht sie im Juli und bietet unseren Honigbienen Futter. Doch obwohl der Sommer jetzt erst so richtig loszugehen scheint, wird das Nahrungsangebot für die Bienen immer knapper. Probleme gibt es besonders auf dem Land.

Am 21. Juni ist Sommersonnenwende und das Bienenjahr geht von da an auf den Herbst zu. So haben Imker haben eine etwas anderes Zeitrechnung als viele andere, für die Juli und August erst so richtig zum Sommer gehören. Doch wenn die Sommerhitze da ist, sind viele Blüten, die den Bienen Nahrung geben, schon abgeblüht.

Nur wenn es im Frühjahr und Sommer genügend regnet und sich die Blattläuse auf den Nadelbäumen stark vermehren können, können sich die Bienen auf Honigtau freuen. Diesen Drüsensaft der kleinen Baumsauger können sie dann im Spätsommer von Tannen, Fichten und Kiefern sammeln.

Zu viel Mais

Vor allem auf dem Land kommt es im Sommer immer mal wieder vor, dass die Bienen sehr wenig Nahrung finden und der Imker sie füttern muss. In Landstrichen, in denen sich Getreidefelder an Getreidefelder reihen, Maisfelder Maisfeldern folgen und kaum ein Bauer an den Seiten ein paar Blümchen stehen lässt, wird es für manch ein Bienenvolk knapp mit dem Nahrungsangebot.

Umso näher die Bienen aber an Gärten mit vielen Blumen, Parks und wenig von der herkömmlichen Landwirtschaft bepflanzten Gebieten leben, umso eher finden sie hier auch Nektar und Blütenpollen. Gut überbrücken können die Bienen den Nahrungsmangel überall dort, wo entweder gezielt für sie Bäume, Sträucher und andere Pflanzen angebaut wurden, die dann im Juli und August Nektar liefern (man nennt diese Pflanzen Bienenweide) oder dort, wo viele Lindenbäume stehen.

Die Linde bzw. die verschiedenen Lindensorten honigen meist dann noch, wenn andererorts Trachtpause ist und Linden stehen meist in den Städten – auch Berlin ist voll davon. Jedes Jahr wandern sogar Imker aus dem Umland in die Hauptstadt hinein, um die Lindenblüte zu nutzen.

Es blüht in der Stadt

Vergleicht man das Nektar- und Nahrungsangebot von Stadt und Land, dann bieten viele Städte den Bienen heutzutage ein durchgehendes und damit besseres Trachtband als manche Regionen auf dem Land. Monokulturen und stetig verschwindende Blühstreifen an den Feldrändern tragen dazu bei.

Und die Stadtlinden sind übrigens nicht nur gute Überbrücker zwischen dem Trachtangebot der Pflanzen aus dem Frühsommer und dem möglichen Waldhonig aus dem Spätsommer. Sie liefern sogar selbst den sogenannten Blatthonig aus Honigtau, denn Blattläuse mögen nicht nur Nadelbäume, sondern auch Linden.

In den Städten kommen jetzt aber noch weitere gute Nektarproduzenten hinzu – oft sind es Bäume wie der Trompetenbaum, der Götterbaum oder der Tausendblütenbaum Euodia hupehensis, auch Bienenbaum genannt.

Damit die Bienen im Sommer keinen Hunger leiden müssen – egal ob auf dem Land oder in der Stadt – kann jeder etwas tun und im Garten, auf dem Balkon oder einfach im dort, wo von selbst nicht viel wächst, ein paar Samen ausstreuen. Was sich dafür eignet, könnt ihr beim Bundeslandwirtschaftsministerium nachlesen.

Einen Blühkalender für Bienenweide gibt es auf der Seite der honigmacher.de.

Eure Jana