Archive for the ‘Bienen’ Category

Obst und Gemüse: Bienen sorgen für Vielfalt

5. August 2016

Was Bienen leisten, verzaubert nicht nur Honigliebhaber, wenn sie die Süße schmecken, das Aroma riechen und sich den Geschmack von Robinien, Linden oder Kastaniennektar auf der Zunge zergehen lassen. Die Leistung der Honigbiene hat noch ganz andere Qualitäten: sie sorgt dafür, dass wir eine große Vielfalt an verschiedenen Obst- und Gemüsesorten zur Auswahl haben.

Kirschen

Von den 2.000 bis 3.000 Nutz- und Wildpflanzen, die hierzulande heimisch sind, sind rund 80 Prozent auf die Bestäubung durch die Honigbiene angewiesen. Die Biene ist das drittwichtigste Nutztier, gleich nach Rind und Schwein. Das, was sie gemeinsam mit anderen Insekten für die Bestäubung leistet, haben Wissenschaftler in einem konkreten Wert umgerechnet: Sie kommen auf etwa zwei Milliarden Euro an „volkswirtschaftlichem Nutzen“. Auch der Honigertrag wurde hierbei berücksichtigt.

Wie erwähnt, bekommt die Honigbiene bei der Bestäubung Unterstützung von anderen: Wildbienen, Schmetterlinge, Fliegen und andere Insekten. Doch kein anderer außer ihr versteht sich so gut im Teamwork und tritt in einer so großen Anzahl an Individuen auf, die gemeinsam an der selben Sache arbeiten. Ein Bienenvolk muss man immer als Ganzes sehen und als Ganzes leistet es Enormes. Ein einziges Honigbienenvolk kann nach Angaben des Nabu pro Tag drei Millionen Obstblüten bestäuben.

Äpfel

Gerade jetzt im August ist die Auswahl an Obst riesig. Auf den Wochenmärkten quellen die Verkaufstische regelrecht über von Kirschen, Pflaumen, Aprikosen und Pfirsichen, von Äpfeln und Birnen. Nicht zu vergessen das Gemüse: Möhren oder Kürbis zum Beispiel. Auch sie sind erst so schön und saftig geworden wie wir sie jetzt und noch weit in den Spätsommer hinein ganz frisch bekommen, weil Bienen sie bestäubt haben.

Bei Kürbisgewächsen wie der Zucchini und bei den Auberginen sind es übrigens oft Hummeln, die die Blüten bestäuben. Dabei beißen sie die Blüten von außen an und bringen sie durch Flügelschlagen zum Vibrieren. Durch dieses Beben wird die Blüte bestäubt. Hummeln zählen zu den Wildbienen.

Möhren

Obst, das von Bienen bestäubt wurde, ist den Erfahrungen der Forscher vom Laves Bieneninstitut in Celle zufolge schwerer und größer, wohlgeformter und süßer, widerstandsfähiger gegen Krankheiten und kann besser gelagert werden. Die Erträge steigen zudem stark an, wenn Bienen am Werk waren. Bei Himbeeren und Erdbeeren ist beispielsweise laut Nabu eine Steigerung um 50 Prozent möglich, bei Birnen um 70 Prozent, bei Pflaumen um 75 und bei Sauerkirschen um fast 80 Prozent. Bei Äpfeln sind es sogar über 80 Prozent.

Um zu zeigen, wie wichtig die Bienen tatsächlich dafür sind, dass wir so viele verschiedene Früchte essen können, muss man sich die Bestäubung einmal genauer ansehen: Damit eine Blüte bestäubt wird, muss der Pollen einer anderen Blüte auf der Narbe der Blüte landen bzw. wird er hier von der Bienen abgestreift, wenn sie den Nektar sammelt. Der Pollen hat sich meist ganz einfach in ihren Härchen am Körper verfangen und landet so „nebenbei“ auf der nächsten Blüte, die sie anfliegt. Das Pollenkorn wandert dann von der Narbe zur Eizelle im Innern des sogenannten Fruchtknotens. Dieser Fruchtknoten entwickelt sich später zur Frucht.

Aprikosen

Alle typischen Obstsorten, die bei uns wachsen wie Äpfel, Birnen, Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen, Aprikosen, Pfirsiche und Quitten sowie die vielen Beerensorten sind also auf die Bienen als Bestäuber angewiesen. Die Bestäubung durch den Wind ist bei den Obstsorten eher selten.

Auch beim Gemüse läuft das ähnlich ab, wobei weit mehr Obst- als Gemüsesorten auf Bienen angewiesen sind. Das zeigt die Natur schon alleine daran, dass Gemüse den Bienen grundsätzlich nicht ganz so viel von dem attraktiven Nektar bietet, der sie zu sich lockt.

Viel Spaß beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt! Eure Jana

Kürbis

Hilfe für die Wildbienen

14. März 2016

Nistmöglichkeiten für Wildbienen kann man ganz einfach selbst bauen. Foto: Jana Tashina Wörrle

Nicht nur Honigbienen sorgen dafür, dass Nutz- und Wildpflanzen bestäubt werden, dass wir genügend Nahrungsmittel zur Verfügung haben und dass es im Frühjahr und Sommer um uns herum überall blüht. Wildbienen, Käfer, Fliegen und Schmetterlinge spielen dabei eine sehr wichtige Rolle. Doch viele von ihnen sind gefährdet. Vor allem bei den Wildbienen geht die Artenvielfalt in den vergangenen Jahren stark zurück. Doch jeder kann etwas dagegen tun.

Auf etwa 560 verschiedene Arten wird die Zahl an Wildbienen geschätzt, die in Deutschland heimisch sind bzw. ursprünglich heimisch waren. Viele von ihnen gelten jedoch als gefährdet oder noch schlimmer: 39 Arten davon gelten als ausgestorben oder verschollen. 31 Arten sind nach der aktuell geltenden Roten Liste vom Aussterben bedroht. Insgesamt zählen 40,9 Prozent der Wildbienen zu den bestandsgefährdeten Arten.

Weniger Nistplätze und Nahrung

Die Gründe: Die Gärten in Deutschland sind zu aufgeräumt und die Flächen auf dem Land werden zu intensiv genutzt. Die Wildbienen finden immer weniger Nistmöglichkeiten und Nahrung. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Abgeordneten der Grünen hervor.

Die Politik macht zwar große Worte und hat einige Aktionspläne in petto, die etwas gegen das Artensterben bewirken sollen. Doch diese zielen meist auf langfristige Entwicklungen.

Sofort etwas für die Wildbienen tun, kann dagegen jeder einzelne von uns. Nistmöglichkeiten und Nahrung für die Bienen kann man auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon schaffen.

Eigentlich mögen Wildbienen am liebsten sogenannte Magerrasen mit vielen Wildkräutern, sie brauchen Sandhügel, Lehm oder Holz, in das sie sich hinein verkriechen und dort ihre Nester bauen können. So vielfältig wie sie selbst, müssen auch die Nistplätze sein.

Wildbienenhotel selber bauen

Wildbienen leben – anders als die Honigbienen – alleine und bauen nur über den Sommer Nester, in denen sie ihre Eier ablegen. Gerne nehmen die kleinen Krabbler für die Nistplätze auch mit Schutt und alten Bäumen oder mit Steinhaufen Vorlieb. Diese kann man ihnen bereitstellen, genauso wie fertige Nisthilfen aus dem Baumarkt.

Doch Vorsicht, bei den fertigen Varianten sollte man darauf achten, dass diese nicht aus belasteten Materialien hergestellt und sauber verarbeitet sind. Sie sollten keine zu großen Löcher haben und keine scharfen Kanten.

Besser ist daher oft ein selbst gebauter Wildbienenunterschlupf – und der muss kein aufwendiges Insektenhotel sein: Man kann ganz einfach auch einen alten Blumentopf mit Lehm füllen und mit dem Finger ein paar Kuhlen hineindrücken. Löcher und Gänge bohren sich die Tierchen dann ganz alleine. Oder man nimmt ein paar Bambusröhren, steckt diese in den Blumentopf und fixiert alles mit Lehm so, dass die Öffnungen waagrecht sind.

Man kann aber auch einen Holzklotz nehmen und ein paar Löcher hinein bohren. Diese dürfen allerdings nicht zu groß sein und am anderen Ende geschlossen bleiben. Zu groß wäre übrigens schon alles über acht Millimeter, denn viele Wildbienen mögen es eng und schmal.

Pollen und Nektar für die wilden Bienen

Für ein besseres Nahrungsangebot für Wildbienen sorgt man am besten mit einer reichen Auswahl an verschiedenen Blühpflanzen, die Pollen und Nektar bieten. Viele Wildbienen sind auf nur ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert, die ihnen Nahrung bieten. Umso vielfältiger das Angebot an Blüten ist, umso mehr Bienen profitieren.

Gut geeignet sind vor allem Stauden, blühende Kräuter und Sommerblumen, die auch noch in den Herbst hinein Blüten haben. Am besten sorgt man dafür, dass über das ganze Frühjahr und den Sommer Blüten von einheimischen und so an unser Klima angepassten Pflanzen vorhanden sind. Ausführliche Tipps zu einem Wildbienen-freundlichen Garten oder Balkon gibt das Netzwerk Blühende Landschaften unter bluehende-landschaft.de .

Lasst es blühen! Eure Jana

Samenbomben basteln: Lasst es blühen

2. Februar 2016
blühender Mittelstreifen

Foto: Netzwerk Blühendes Berlin

Berlin hat den Bienen ziemlich viel zu bieten – von Frühling bis zum Spätsommer blüht fast immer irgendwo ein Baum, Strauch oder eine Wiese, die ihnen Nahrung bieten. Doch trotzdem gibt es noch genügend freie Flächen, auf denen Bienenweide fehlt. Für mehr Blüten und Nektar kann jeder ganz einfach sorgen, wenn er Samenbomben verteilt. Wie man sie herstellt, erfahrt ihr hier.

„Samenbomben“ – was so militärisch klingt, hat durchaus friedliche Absichten. Wer sie verteilt, bringt Parks, Grünstreifen oder die kleinen Flächen rund um die Straßenbäume zum Blühen. Samenbomben oder besser gesagt die daraus entstehenden Blüten schaffen außerdem Nahrung für die Bienen – sowohl für die vielen wilden als auch für die Honigbienenvölker der Städte. Voraussetzung natürlich man wählt die richtigen Samen.

Hier gibt es eine Anleitung zum selber basteln der kleinen Blütenbringer:

Man braucht:

  • Blumensamen: am besten von Kornblumen, Lavendel, Sonnenblumen oder gleich eine Mischung aus bienenfreundlichen Wildblumen (Tipps zur Wahl der Samen gibt auch der BUND >>> )
  • Blumenerde (bitte torffrei)
  • Komposterde (wenn unkompliziert zu bekommen)
  • Tonerde (oder Tonmehl aus dem Baumarkt oder Bastelladen)
  • Wasser

Man verwendet die Zutaten in folgendem Verhältnis: 1 Teil Blumensamen, 2 Teile Blumenerde und 1 Teil Komposterde oder 3 Teile Blumenerde, 5 Teile Tonerde und 1 Teil Wasser.

Alle Zutaten werden gut gemischt und zu Kugeln geformt. Diese lasst ihr in der Sonne trocknen. Die optimale Zeit zum Verteilen der kleinen Bomben ist im März und April, wenn der Frühling startet (beachtet trotzdem die Anleitung auf der Samenpackung). Die Kugeln werden einfach in die Erde gedrückt und – wenn möglich – mit etwas Wasser begossen. Der Rest erledigt sich quasi von allein.

Lasst es blühen! Eure Jana

Warum Bienen Minusgrade brauchen

4. Januar 2016

Bienen am Flugloch mitten im Winter: Kein schönes Bild, denn eigentlich sollten sie sich erholen und in der Wintertraube sitzen. Foto: Jana Tashina Wörrle

Endlich ist es kalt. Endlich Minusgrade. Für die Bienen sind sie wichtig, denn nur wenn es knackig kalt ist, legt die Königin mal eine Pause ein. Der Winter 2015/2016 könnte kritisch werden.

Nun sind sie da die Minusgrade. Doch sie kommen spät und wie es aussieht, bleiben sie nicht lange. Schon ab dem kommenden Wochenende könnte es wieder um die 6 Grad warm sein. Ab etwa 10 Grad fliegen die Bienen wieder. Dann können sie zwar auch endlich wieder ihren Darm entleeren – Bienen sind sehr reinliche Tiere und machen nicht in den Stock – doch im Moment finden sie keine Nahrung und ein Ausflug ist somit quasi eine unnütze Energieverschwendung.

Wirklich nötig ist die Möglichkeit zum Reinigungsflug jetzt zudem nicht, weil die Bienen den ganzen November und Dezember in Berlin bei manchmal bis zu 15 Grad im Sonnenschein gute Möglichkeiten hatten den Stock zu verlassen. Auch in diesen Monaten war es in Berlin verhältnismäßig warm.

Der warme Winter sorgt aber nicht nur dafür, dass die Bienen ausfliegen und mehr Energie als nötig verbrauchen statt kuschelig in der Wintertraube zu sitzen und sich gegenseitig zu wärmen. Bienen  halten nämlich anders als oft angenommen keinen Winterschlaf. Sie sitzen eng beieinander um die Königin herum und wärmen sich gegenseitig durch ständige Bewegungen – genau genommen ständige Muskelzuckungen.

Dabei wechseln sie immer wieder ihren Ort vom Inneren der Traube oder Kugel nach außen. So ist jeder mal dran außen zu sitzen, wo es kälter ist und wo mehr Bewegung nötig ist. Auch hierbei verbrauchen die Bienen Energie, allerdings weniger, als wenn sie ausfliegen.

Die milden Temperaturen animieren also nicht nur die Arbeiterinnen draußen nachzusehen, ob schon etwas blüht und ob es Nektar zu sammeln gibt. Sie verleiten auch die Königin dazu, ihren ganz normalen Tätigkeiten nach zugehen: dem Eierlegen. In milden Wintern kann es vorkommen, dass Bienenvölker durchbrüten. Auch damit verbrauchen sie mehr Energie als nötig.

Die Vorräte im Stock werden knapp und die Königin und die Arbeiterinnen powern sich unnötig aus. Die eine beim Eierlegen und die anderen bei der Brutpflege. Das kann Auswirkungen auf die folgenden Populationen haben, die dann weniger stark sind.

Weniger stark bedeutet auch, stärker anfällig für Krankheiten und Parasiten. Durch den Klimawandel werden immer mehr Parasiten aus anderen wärmeren Ländern bei uns heimisch.

Das größte Problem für die Bienen ist und bleibt allerdings die Varroa-Milbe – und diese profitiert vom milden Klima und vor allem von der Tatsache, dass es in den Bienenvölkern keine Brutpausen mehr gibt bzw. nicht zuverlässig jeden Winter. Die Varroa-Milbe vermehrt sich in den Brutzellen der Bienen – und genau das kann sie den ganzen Winter über tun, wenn durchgängig Brutzellen vorhanden sind.

Auch wenn man meinen könnte, dass bei Minusgraden auch die Bienen frieren, ist das ein Trugschluss. Mit kaltem Winterwetter können die Bienen bestens umgehen, mit Frühlingstemperaturen im Dezember wird es dagegen schwieriger. Am besten sind für die Bienen ein paar wenige Grad über Null oder Temperaturen um den Gefrierpunkt, denn dann müssen sie weder viel heizen noch kommen sie auf die Idee auszufliegen oder zu brüten.

Ähnlich geht es übrigens allen Tieren, die eigentlich einen Winterschlaf halten oder in eine Winterstarre verfallen, wenn die Temperaturen zu stark sinken. Sie haben zwar nicht unbedingt ein Problem mit der Varroa-Milbe, aber sie brauchen die Pause um fit für den nächsten Frühling zu sein.

Einen schönen Winter wünscht Jana.

Blumenwiese: So blüht es gleich im Frühjahr

13. Oktober 2015

Typische Wiesenblume: Löwenzahn. Foto: Jana Tashina Wörrle

Draußen ist es trüb und immer kälter. In vielen Gärten und Balkons blüht kaum mehr etwas. Wer schon jetzt vom Frühling träumt, kann vorsorgen und schon jetzt Blumensamen aussähen, die im Frühjahr den Bienen Nahrung bieten und die schnell Blumenwiesen zaubern – auch auf dem Balkon. Tipps von einem Gärtnermeister.

Hermann Hüsers ist Imker und Gärtnermeister. Im Deutschen Bienen-Journal hat er über das ganze Jahr 2015 anderen Imkern unter anderem Tipps gegeben, was sie wann pflanzen können, damit die Bienen im heimischen Garten oder auf dem Balkon Nahrung finden. Im Oktoberheft riet er dazu, schon jetzt Blumensamen auszusähen fürs nächste Frühjahr.

Der Tipp klingt gut, aber welche Samen sind die richtigen? Und was sollte man noch beachten, damit die Pflanzen sicher wachsen und gedeihen können? Ich habe nachgefragt.

Konkret meint Hermann Hüsers mit seinem Tipp die Aussaat von Blumenwiesen mit Kornblumen, Löwenzahn und vielen verschiedenen Wildkräutern sowie Samen von sogenannten Frostkeimern. Frostkeimer sind Pflanzen, die den Frost brauchen, um im kommenden Frühjahr aufblühen zu können.

„Wir haben festgestellt, dass wir bei einer Aussaat im April oder Mai eine späte Blüte – bis in den Oktober hinein – haben und bei der Aussaat im Oktober eine sehr frühe Blüte, die schon im Mai beginnt“, erzählt der Gärtnermeister und gibt als weiteren Tipp zu Samenmischungen: Auf keinen Fall sollte man diese zu dicht säen und frühzeitig beobachten, wenn unerwünschte Arten dabei sind. Diese sollte man am besten schnell entfernen.

Mischungen für Blumenwiesen kann man seiner Meinung nach auch gut in Balkonkästen aussähen. „Je nach Größe der Behälter sollten nicht zu hoch wachsende Arten verwendet werden“, rät Hermann Hüsers. Als Beispiel für die Frostkeimer nennt er die Konrade, deren Samen man jetzt aussähen sollte und die dann im Frühjahr Nahrung für die Bienen bietet.

Das können aber auch viele andere der Frostkeimer oder Kaltkeimer, wie sie auch oft genannt werden. Eine Liste dieser Pflanzen findet ihr hier im Blog „Wildes Gartenglück“ und wenn ihr Euch darüber informieren wollt, was die Pflanzen in Sachen Bienenweide bieten, könnt ihr hier suchen auf der Internetseite von „die Honigmacher“.

Mein Pflanztipp für einen schönen, duftenden und bienenfreundlichen Balkon: Lavendel, Salbei und Vergissmeinnicht.

Viel Spaß beim Pflanzen. Eure Jana

Essbare Blüten: Nahrung auch für Bienen

17. September 2015
Kapuzinerkresse

Foto: gänsebllümchen/pixelio.de

Der Klassiker ist wohl die Kapuzinerkresse, die jetzt ihre Blüten zeigt und gerne als essbare Salat- oder Suppen-Deko verwendet wird. Die gelben, orangenen und roten Blüten schmecken würzig und leicht scharf. Nahrung bietet die Kapuzinerkresse – wie viele andere essbare Blüten – auch den Bienen.

Die Kapuzinerkresse blüht von Ende Juli bis in den September hinein. In Gärten und auf Balkonen sind die Blüten jetzt zu sehen, aber auch immer öfter auf Tellern und Suppenschalen. Die Blüten – genauso wie die Blätter und die Samen – sind essbar und sie gelten durch ihre antibiotische Wirkung als gesund. Bienen finden in den Blüten sowohl Nektar als auch Pollen. Der Autor des Buchs „Bienenweide“, Günter Pritsch, ordnet beidem einen Wert von zwei zu (ein mittlerer Wert; vier wäre sehr gut).

Ein weiterer Klassiker, diesmal in Sachen Bienenweide, ist der Löwenzahn. Er bietet zwischen April und Juni Nektar mit einem Wert von drei und Pollen mit einem Wert von vier. Der gute Nektarwert zeigt sich schon daran, dass es reinen Löwenzahnhonig gibt, wenn Bienenstöcke in einer Gegend mit vielen Löwenzahnblüten stehen und die Immen nicht von einer anderen Tracht abgelenkt werden. Zwischen April und Juni blüht schließlich sehr viel. Bekannt ist, dass man Löwenzahnblätter als schmackhaften Salat essen kann, doch auch die Blüten sind essbar. Zumindest kann man sie mitessen, wenn man Löwenzahn wild pflückt. Laut dem Lebensmittellexikon „EatSmarter.de“ werden sie bei gezüchtetem Löwenzahn, den es im Laden zu kaufen gibt, dagegen aussortiert. Übrigens: Der weiße Saft der Blütenstängel, der beim Pflücken hässliche Flecken an den Fingern und auf der Kleidung hinterlässt, ist ungiftig.

Ähnlich wie der Löwenzahn ist auch die Kornblume bei Bienen beliebt – auch von ihr gibt es reinen Sortenhonig. Leider ist sie nicht mehr so häufig an Feld- und Wiesenrändern zu sehen, da viele Landwirte keine oder nur sehr schmale Blühstreifen anlegen. Wenn sie die Chance bekommt, sich zu vermehren, bietet sie den Bienen von Juni bis September Nektar mit einem Wert von drei und Pollen mit einem Wert von zwei. Gegessen werden die Blüten meist in getrockneter Form, da sie sehr schnell verwelken und getrocknet länger hübsch aussehen. Im Fokus steht dabei vor allem der Deko-Effekt, da das leuchtende Blau sowohl deftige als auch süße Speisen aufpeppt.

Essbar bei der Sonnenblume sind zwar nicht die Blüten, sondern das Innere der Blüten bzw. die Samen, die sich hier in Form der Sonnenblumenkerne bilden. Doch auch sie bietet den Bienen viel Nahrung – der mögliche Sortenhonig aus dem Spätsommer ist der Beweis. Sie blüht von Juli bis September und weist Nektar- und Pollenwerte von jeweils drei auf.

Denkt man an Lavendel, fällt wohl jedem sofort der typische Duft ein. Doch Lavendel ist auch eine Würzpflanze, deren Blätter und Blüten ähnlich wie Rosmarin schmecken. Sie kommen deshalb gerne in deftigen Suppen oder in Kombination mit Kartoffeln zum Einsatz. Lavendel ist aber auch eine gute Trachtpflanze, die den Bienen von Juli bis in den September Nahrung (Nektarwert drei; Pollenwert eins) bieten kann.

In ähnlicher Farbe wie der von Lavendel kommt auch Borretsch daher. Die Blüten haben in Sachen Bienenweide einen absoluten Spitzenwert beim Nektar mit vier (Pollen zwei) und sie zeigen sich von Juni bis September. Der Geschmack von Borretsch soll angeblich frischen Gurken ähneln und so eignet er sich gut zum Würzen von Salatsoßen. Borretsch ist zudem Bestandteil der sieben Kräuter des Rezepts von Frankfurter grüne Soße. Zuviel sollte man vom Borretsch allerdings nicht essen. Die Verbraucherzentrale Hessen warnt, dass er auch giftige Stoffe enthält.

Beliebt als essbare Deko vor allem auf Salaten sind auch die Blüten Veilchen und Stiefmütterchen. Den Bienen bieten sie zwischen zwar von März bis September Nahrung, allerdings nur mit einem Nektarwert von eins und einem Pollenwert von zwei. Veilchen sehen aber nicht nur schön aus. Auch sie sind gesund und besitzen viele ätherische Öle. Kleiner Tipp: Besonders hübsch und lecker zugleich sind die Blüten auch als Bestandteil von Kräuterbutter.

Einen etwas bessern Bienenweide-Wert als Veilchen und Stiefmütterchen bieten Dahlien und Chrysanthemen (Nektar und Pollen jeweils zwei von Juli bis September bzw. in August und September) und auch sie sind essbar und schmücken so manch eher langweilig erscheinendes Gericht. Rezepte mit Dahlien könnt ihr auf der Seite von mein-schoener-garten.de nachlesen. Mehr zu Chrysanthemen, die auch eine heilende Wirkung haben sollen, gibt es unter krautundblueten.de.

Neben diesen vorgestellten essbaren Bienenweide-Blüten gibt es zahlreiche andere. Es lohnt sich auf die Suche zu gehen und eventuell den eigenen Balkon oder Garten damit zu bepflanzen: eine Win-Win-Situation für Mensch und Biene.

Eure Jana

Höhepunkt im Bienenjahr

22. Juni 2015

Eine volle Brutwabe. Foto: Jana Tashina Wörrle

Der 21. Juni ist der längste Tag des Jahres. In vielen Ländern – vor allem im Norden – feiern die Menschen diesen Tag der Sommersonnenwende. Auch im Bienenstock ist dann der Höhepunkt des Jahres erreicht. Die Bienenvölker sind so stark wie zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr. Die Vermehrung nimmt nun ab, aber die Bienen sammeln weiter fleißig Honig.

Die Sommersonnenwende ist ein wichtiger Wendepunkt im Bienenvolk. Bis zum 21. Juni, wenn die Tage immer länger werden, vermehren sich die Bienen ununterbrochen, denn bis dahin legt die Bienenkönigin ist meisten Eier. Die Brutnester wachsen bei den Wirtschaftsvölkern, deren Königin schon mindestens ein Jahr als ist, auf ihre maximale Stärke heran. Mehrere zehntausend Bienen gehören dann zu einem Volk.

Im Mai und Juni herrscht die Schwarmzeit bei den Bienen und sie vermehren sich, indem sie sich teilen. Die Königin zieht dann manchmal mit einem Teil des Volkes aus dem Bienenstock aus. Sie macht Platz für eine neue Königin, die die zurückbleibenden Bienen schon in den Tagen vor dem Schwärmen aus einem Ei oder einer ganz jungen Made hergezogen haben.

Bis zum 21. Juni haben die meisten Imker in Berlin und der Umgebung Frühlings- und oft auch schon den feinen, milden Robinienhonig geerntet. Im Frühlingshonig sind verschiedene Nektarsorten zu finden– mal als Sortenhonig, mal gemischt als Jahreszeitenhonig – wie Raps, Obstbaumblüte, Rosskastanien, Ahorn oder Löwenzahn. Je nach Standort unterscheiden sich Zusammensetzung, Geschmack und Konsistenz.

Eine volle Honigwabe. Foto: Jana Tashina Wörrle

Nach der Sommersonnenwende nimmt die Legeleistung der Königin in den Wirtschaftsvölkern ab, da jetzt allerdings die größte Masse an Bienen in einem Stock lebt, ist die Honigsammelleistung hoch. Ab dem 21. Juni verändern die länger werdende Nächte und kürzer werdenden Tage den Lebensrhythmus der Bienenvölker. Wenn die Sommerlinde anfängt zu blühen, haben die Bienen mit dem Nektarsammeln richtig viel zu tun und nicht mehr so viel mit der Aufzucht der jungen Bienen. Sie denken schon an den Winter und fangen an große Vorräte anzulegen. Über diese Vorräte freuen auch wir uns.

In der Berliner Innenstadt ist die Lindentracht besonders ausgiebig, denn hier löst eine Lindenart die andere in der Blütezeit ab. Nach der Sommerlinde blühen noch die Holländische Linde, die Winterlinde und die Silberlinde und sorgen dafür, dass die Bienen auch dann nicht hungern müssen, wenn wir den frisch eingetragenen Honig ernten. Die Berliner Lindenblüte ist sogar so begehrt, dass Jahr für Jahr Imker aus dem Umland zu ihrer Blühzeit mit ihren Bienenvölkern in die Stadt einwandern.

Doch auch nach der Lindenblüte ist die Sammelzeit der Bienen noch nicht zwingend vorbei. Je nach Region und Wetter blühen im Spätsommer noch Sonnenblumen oder Heidekraut und immer dann, wenn die Bäume viele Blattläuse haben, gibt es Honigtau und damit Blatthonig – stammt er von Tannen, Fichten oder anderen Nadelbäumen, nennt man ihn Waldhonig. Er ist besonders mineralstoffhaltig und aromatisch.

Auch wenn es dann für uns noch längst nicht Winter ist, bereiten sich die Bienen schon intensiv auf die kalte Jahreszeit vor. Die Königin legt dann die Eier, aus der später die Winterbienen schlüpfen.

Was das Honigjahr 2015 noch alles mit sich bringt, bleibt spannend und ist jedes Jahr eine Überraschung. Den neuen Honig aus dem Frühjahr könnt ihr schon jetzt probieren und einfach bei Berliner Bärengold bestellen. Wer sich für die begehrte Lindenblüte interessiert, kann sich schon jetzt ein paar Gläser reservieren.

Genießt den Sommer! Eure Jana

Hauptstadtlinde

Schadstofffreier Stadthonig

18. Januar 2015
Beuten

Immer häufiger in Berlin zu sehen: Bienenstöcke auf Dächern.

 

Endlich gibt es für Berlin eine eigene aktuelle Stadthonig-Untersuchung. An fünf zentralen Orten in der Innenstadt wurde Honig auf Spuren von Schadstoffen getestet, die durch Autoabgase in der Luft gelangen. Das Ergebnis beweist, wie gut Berliner Stadthonig ist.

Vergangene Woche ist in der taz ein Beitrag über den Berliner Stadthonig erschienen. Darin ging es um typische Schadstoffe aus dem Straßenverkehr wie Blei, Cadmium und die sogenannten polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) und die Frage, ob diese sich nicht im Nektar von Blüten anreichern und so in den Stadthonig gelangen. Zwar gab es zu diesem Thema schon mehrere Analysen, allerdings keine aktuelle für Berlin.

Das wurde nun nachgeholt und die Ergebnisse können sich sehen lassen: Denn Berliner Honig kann praktisch als unbelastet von Schadstoffen aus der Großstadtluft gelten. Alle untersuchten Stoffe lagen unterhalb der Nachweisgrenze und unterhalb der Grenze, die für Trinkwasser gilt.

Die genauen Ergebnisse könnt ihr hier nachlesen.>>>

Warum der Nektar sauber bleibt

Die Sauberkeit des Honigs hat verschiedene Gründe. Einerseits sind die Saftdrüsen der Pflanzen in der Regel in der Blüte verborgen und somit nicht direkt der Luft ausgesetzt. An ihnen sammeln die Bienen den Nektar, den sie dann zu Honig umarbeiten. Die Blütezeit ist zudem relativ kurz.

Ob die Biene selbst als Filter für die Stoffe dient, ist wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt, es wird allerdings vermutet. Fest steht allerdings, dass sich besonders die sogenannten PAKs, die krebserregend wirken können, eher in fetthaltigen Substanzen anreichern. Und Honig enthält kein Fett.

Stadt und Land im Vergleich

Im Beitrag der taz wurde übrigens auch die Berliner Bärengold GmbH erwähnt. Gründerin Annette Mueller hat ein paar Worte dazu gesagt, dass auch sie Fragen nach den Schadstoffen immer wieder beantworten muss. Und sie wollte nicht unerwähnt lassen, dass Landimker mittlerweile mit viel größeren Herausforderungen zu kämpfen haben als Stadtimker.

Denn auf dem Land treiben Agrarsubventionen den Anbau von bienenunfreundlichen Monokulturen weiter voran. Die Bienen finden immer weniger Nahrung und diese ist nicht selten mit Pestiziden und anderen chemischen Stoffen belastet.

Den taz-Beitrag könnt ihr hier nachlesen.>>>

Herbst im Bienenstock: Kampf der Varroa-Milbe

10. September 2014

Bienen_Flugloch

Die Spätsommersonne verliert an Kraft und langsam wird das Wetter herbstlich. Die Bienen sind allerdings mal wieder schneller als wir. Sie machen sich schon jetzt bereit für den Winter. Und dabei gibt es eine Sache, womit wir ihnen helfen müssen: beim Kampf gegen die Varroa-Milbe.

Diese Milbe ist ein Parasit und ihr Name lautet ganz korrekt: Varroa destructor. Was so fies klingt, ist es auch. Denn die Milben können den Bienen schaden, wenn sie sich im Bienenstock zu stark vermehren. Die Varroa-Milbe saugt sich am Körper der Biene fest, schwächt sie und macht sie anfälliger für Krankheiten. Da sich die Milben allerdings auch auf der Brut niederlassen und bereits dort anfangen zu saugen, können die Jungbienen teilweise gar nicht mehr gesund aufwachsen. Nicht selten haben sie dann deformierte Flügel. Breiten sich die Milben zu stark aus, können ganze Bienenvölker daran sterben.

Die Varroa destructor ist in den 70er Jahren aus Asien zu uns gekommen. Die dortigen Bienenvölker sind immun gegen diesen Parasit. Doch unsere Bienen sind auf Hilfe angewiesen, denn alleine werden sie kaum mit der Milbe fertig. So müssen wir Imker die Bienen gegen die Varrose – so wird der Befall der Bienen mit den Varroa-Milben genannt – behandeln. Das steht einmal im Jahr und zwar im Herbst an.

Damit die Bienen gesund und fit in den Winter gehen, versuchen wir die Anzahl der Milben im Bienenstock so stark wie möglich zu reduzieren. Dazu kann man ganz unterschiedliche Mittel verwenden. Die großen Pharmakonzerne haben die Varrose auch bereits für sich entdeckt und bieten entsprechende Medikamente an. Doch diese Mittel sind chemisch und deshalb umstritten.

Man kann die Varroa-Milben aber auch mit organischen Säuren behandeln. Das ist der Regelfall, auf den die meisten Imker zurückgreifen – und es ist die Vorgabe für alle Imker, die ihren Honig bei der Berliner Bärengold GmbH anbieten.

Organische Säuren, die hierbei zum Einsatz kommen, sind Milchsäure, Oxalsäure und vor allem die Ameisensäure, die jetzt im Herbst zum Einsatz kommt. Sie wird im Bienenstock verdampft, indem man sie entweder auf ein Tuch oder in einen extra dafür vorgesehenen Verdampfer träufelt und dann auf oder zwischen die Waben legt.

Die Ameisensäure tötet die Milben, aber die Bienen nicht. Natürlich sind auch diese nicht erfreut über die Säure mitten in ihrem Nest. Dennoch steht mittlerweile fest, dass die Bienen hierzulande kaum Überlebenschancen hätten, wenn wir sie nicht gegen die Varroa-Milben behandeln würden. Es ist traurig, aber wahr, dass nicht nur wir auf die Bienen angewiesen sind (ihre Bestäubungsleistung und natürlich den leckeren Honig), sondern sie auch auf uns.

Zu hören und zu lesen ist von der Varroa-Milbe deshalb auch immer wieder, wenn es um das Bienensterben der vergangenen Jahre geht. Doch dafür ist sie nicht alleine verantwortlich. Vor allem auch auf dem Land ist es auch der Wandel der Landwirtschaft in immer größere Flächen voller Monokulturen wie Mais und andere Feldfrüchte, die den Bienen keine Nahrung bieten. Dazu kommt, dass es immer weniger Blühstreifen an den Feldrändern gibt und dass der Einsatz von Pestiziden und Spritzmitteln zunimmt. Das alles belastet die Bienen – letzteres auf dem Land sogar mehr als in der Stadt.

Bleibt jetzt noch zu klären, warum wir die Bienen denn gerade jetzt gegen die Milben behandeln. Wie schon erwähnt, sollen die Bienen möglichst unbelastet in den Winter gehen. Dazu kommt aber auch, dass die Säure – auch wenn sie auf natürlicher Basis ist und sogar in kleinen Anteilen im Honig immer enthalten ist – sich nicht im frischen Honig ansammeln soll. Deshalb behandeln wir die Bienen erst nach der letzten Honigernte im Jahr.

Auf das es im kommenden Jahr wieder so viel leckeren Berliner Honig gibt. Dass die Ernte 2014 nun abgeschlossen ist, bedeutet für Euch allerdings auch, dass ihr den Honig nun in Hülle und Fülle vernaschen könnt.

Guten Appetit! Eure Jana

Warum Bienen im Sommer manchmal hungern

7. Juli 2014

Bienen auf Wabe

Die Linde ist der klassische deutsche Stadtbaum. Neben Himbeer- und Brombeersträuchern, Lilien, Malven und anderen schönen Blüten blüht sie im Juli und bietet unseren Honigbienen Futter. Doch obwohl der Sommer jetzt erst so richtig loszugehen scheint, wird das Nahrungsangebot für die Bienen immer knapper. Probleme gibt es besonders auf dem Land.

Am 21. Juni ist Sommersonnenwende und das Bienenjahr geht von da an auf den Herbst zu. So haben Imker haben eine etwas anderes Zeitrechnung als viele andere, für die Juli und August erst so richtig zum Sommer gehören. Doch wenn die Sommerhitze da ist, sind viele Blüten, die den Bienen Nahrung geben, schon abgeblüht.

Nur wenn es im Frühjahr und Sommer genügend regnet und sich die Blattläuse auf den Nadelbäumen stark vermehren können, können sich die Bienen auf Honigtau freuen. Diesen Drüsensaft der kleinen Baumsauger können sie dann im Spätsommer von Tannen, Fichten und Kiefern sammeln.

Zu viel Mais

Vor allem auf dem Land kommt es im Sommer immer mal wieder vor, dass die Bienen sehr wenig Nahrung finden und der Imker sie füttern muss. In Landstrichen, in denen sich Getreidefelder an Getreidefelder reihen, Maisfelder Maisfeldern folgen und kaum ein Bauer an den Seiten ein paar Blümchen stehen lässt, wird es für manch ein Bienenvolk knapp mit dem Nahrungsangebot.

Umso näher die Bienen aber an Gärten mit vielen Blumen, Parks und wenig von der herkömmlichen Landwirtschaft bepflanzten Gebieten leben, umso eher finden sie hier auch Nektar und Blütenpollen. Gut überbrücken können die Bienen den Nahrungsmangel überall dort, wo entweder gezielt für sie Bäume, Sträucher und andere Pflanzen angebaut wurden, die dann im Juli und August Nektar liefern (man nennt diese Pflanzen Bienenweide) oder dort, wo viele Lindenbäume stehen.

Die Linde bzw. die verschiedenen Lindensorten honigen meist dann noch, wenn andererorts Trachtpause ist und Linden stehen meist in den Städten – auch Berlin ist voll davon. Jedes Jahr wandern sogar Imker aus dem Umland in die Hauptstadt hinein, um die Lindenblüte zu nutzen.

Es blüht in der Stadt

Vergleicht man das Nektar- und Nahrungsangebot von Stadt und Land, dann bieten viele Städte den Bienen heutzutage ein durchgehendes und damit besseres Trachtband als manche Regionen auf dem Land. Monokulturen und stetig verschwindende Blühstreifen an den Feldrändern tragen dazu bei.

Und die Stadtlinden sind übrigens nicht nur gute Überbrücker zwischen dem Trachtangebot der Pflanzen aus dem Frühsommer und dem möglichen Waldhonig aus dem Spätsommer. Sie liefern sogar selbst den sogenannten Blatthonig aus Honigtau, denn Blattläuse mögen nicht nur Nadelbäume, sondern auch Linden.

In den Städten kommen jetzt aber noch weitere gute Nektarproduzenten hinzu – oft sind es Bäume wie der Trompetenbaum, der Götterbaum oder der Tausendblütenbaum Euodia hupehensis, auch Bienenbaum genannt.

Damit die Bienen im Sommer keinen Hunger leiden müssen – egal ob auf dem Land oder in der Stadt – kann jeder etwas tun und im Garten, auf dem Balkon oder einfach im dort, wo von selbst nicht viel wächst, ein paar Samen ausstreuen. Was sich dafür eignet, könnt ihr beim Bundeslandwirtschaftsministerium nachlesen.

Einen Blühkalender für Bienenweide gibt es auf der Seite der honigmacher.de.

Eure Jana