Obst und Gemüse: Bienen sorgen für Vielfalt

Was Bienen leisten, verzaubert nicht nur Honigliebhaber, wenn sie die Süße schmecken, das Aroma riechen und sich den Geschmack von Robinien, Linden oder Kastaniennektar auf der Zunge zergehen lassen. Die Leistung der Honigbiene hat noch ganz andere Qualitäten: sie sorgt dafür, dass wir eine große Vielfalt an verschiedenen Obst- und Gemüsesorten zur Auswahl haben.

Kirschen

Von den 2.000 bis 3.000 Nutz- und Wildpflanzen, die hierzulande heimisch sind, sind rund 80 Prozent auf die Bestäubung durch die Honigbiene angewiesen. Die Biene ist das drittwichtigste Nutztier, gleich nach Rind und Schwein. Das, was sie gemeinsam mit anderen Insekten für die Bestäubung leistet, haben Wissenschaftler in einem konkreten Wert umgerechnet: Sie kommen auf etwa zwei Milliarden Euro an „volkswirtschaftlichem Nutzen“. Auch der Honigertrag wurde hierbei berücksichtigt.

Wie erwähnt, bekommt die Honigbiene bei der Bestäubung Unterstützung von anderen: Wildbienen, Schmetterlinge, Fliegen und andere Insekten. Doch kein anderer außer ihr versteht sich so gut im Teamwork und tritt in einer so großen Anzahl an Individuen auf, die gemeinsam an der selben Sache arbeiten. Ein Bienenvolk muss man immer als Ganzes sehen und als Ganzes leistet es Enormes. Ein einziges Honigbienenvolk kann nach Angaben des Nabu pro Tag drei Millionen Obstblüten bestäuben.

Äpfel

Gerade jetzt im August ist die Auswahl an Obst riesig. Auf den Wochenmärkten quellen die Verkaufstische regelrecht über von Kirschen, Pflaumen, Aprikosen und Pfirsichen, von Äpfeln und Birnen. Nicht zu vergessen das Gemüse: Möhren oder Kürbis zum Beispiel. Auch sie sind erst so schön und saftig geworden wie wir sie jetzt und noch weit in den Spätsommer hinein ganz frisch bekommen, weil Bienen sie bestäubt haben.

Bei Kürbisgewächsen wie der Zucchini und bei den Auberginen sind es übrigens oft Hummeln, die die Blüten bestäuben. Dabei beißen sie die Blüten von außen an und bringen sie durch Flügelschlagen zum Vibrieren. Durch dieses Beben wird die Blüte bestäubt. Hummeln zählen zu den Wildbienen.

Möhren

Obst, das von Bienen bestäubt wurde, ist den Erfahrungen der Forscher vom Laves Bieneninstitut in Celle zufolge schwerer und größer, wohlgeformter und süßer, widerstandsfähiger gegen Krankheiten und kann besser gelagert werden. Die Erträge steigen zudem stark an, wenn Bienen am Werk waren. Bei Himbeeren und Erdbeeren ist beispielsweise laut Nabu eine Steigerung um 50 Prozent möglich, bei Birnen um 70 Prozent, bei Pflaumen um 75 und bei Sauerkirschen um fast 80 Prozent. Bei Äpfeln sind es sogar über 80 Prozent.

Um zu zeigen, wie wichtig die Bienen tatsächlich dafür sind, dass wir so viele verschiedene Früchte essen können, muss man sich die Bestäubung einmal genauer ansehen: Damit eine Blüte bestäubt wird, muss der Pollen einer anderen Blüte auf der Narbe der Blüte landen bzw. wird er hier von der Bienen abgestreift, wenn sie den Nektar sammelt. Der Pollen hat sich meist ganz einfach in ihren Härchen am Körper verfangen und landet so „nebenbei“ auf der nächsten Blüte, die sie anfliegt. Das Pollenkorn wandert dann von der Narbe zur Eizelle im Innern des sogenannten Fruchtknotens. Dieser Fruchtknoten entwickelt sich später zur Frucht.

Aprikosen

Alle typischen Obstsorten, die bei uns wachsen wie Äpfel, Birnen, Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen, Aprikosen, Pfirsiche und Quitten sowie die vielen Beerensorten sind also auf die Bienen als Bestäuber angewiesen. Die Bestäubung durch den Wind ist bei den Obstsorten eher selten.

Auch beim Gemüse läuft das ähnlich ab, wobei weit mehr Obst- als Gemüsesorten auf Bienen angewiesen sind. Das zeigt die Natur schon alleine daran, dass Gemüse den Bienen grundsätzlich nicht ganz so viel von dem attraktiven Nektar bietet, der sie zu sich lockt.

Viel Spaß beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt! Eure Jana

Kürbis

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