Essbare Blüten: Nahrung auch für Bienen

Kapuzinerkresse

Foto: gänsebllümchen/pixelio.de

Der Klassiker ist wohl die Kapuzinerkresse, die jetzt ihre Blüten zeigt und gerne als essbare Salat- oder Suppen-Deko verwendet wird. Die gelben, orangenen und roten Blüten schmecken würzig und leicht scharf. Nahrung bietet die Kapuzinerkresse – wie viele andere essbare Blüten – auch den Bienen.

Die Kapuzinerkresse blüht von Ende Juli bis in den September hinein. In Gärten und auf Balkonen sind die Blüten jetzt zu sehen, aber auch immer öfter auf Tellern und Suppenschalen. Die Blüten – genauso wie die Blätter und die Samen – sind essbar und sie gelten durch ihre antibiotische Wirkung als gesund. Bienen finden in den Blüten sowohl Nektar als auch Pollen. Der Autor des Buchs „Bienenweide“, Günter Pritsch, ordnet beidem einen Wert von zwei zu (ein mittlerer Wert; vier wäre sehr gut).

Ein weiterer Klassiker, diesmal in Sachen Bienenweide, ist der Löwenzahn. Er bietet zwischen April und Juni Nektar mit einem Wert von drei und Pollen mit einem Wert von vier. Der gute Nektarwert zeigt sich schon daran, dass es reinen Löwenzahnhonig gibt, wenn Bienenstöcke in einer Gegend mit vielen Löwenzahnblüten stehen und die Immen nicht von einer anderen Tracht abgelenkt werden. Zwischen April und Juni blüht schließlich sehr viel. Bekannt ist, dass man Löwenzahnblätter als schmackhaften Salat essen kann, doch auch die Blüten sind essbar. Zumindest kann man sie mitessen, wenn man Löwenzahn wild pflückt. Laut dem Lebensmittellexikon „EatSmarter.de“ werden sie bei gezüchtetem Löwenzahn, den es im Laden zu kaufen gibt, dagegen aussortiert. Übrigens: Der weiße Saft der Blütenstängel, der beim Pflücken hässliche Flecken an den Fingern und auf der Kleidung hinterlässt, ist ungiftig.

Ähnlich wie der Löwenzahn ist auch die Kornblume bei Bienen beliebt – auch von ihr gibt es reinen Sortenhonig. Leider ist sie nicht mehr so häufig an Feld- und Wiesenrändern zu sehen, da viele Landwirte keine oder nur sehr schmale Blühstreifen anlegen. Wenn sie die Chance bekommt, sich zu vermehren, bietet sie den Bienen von Juni bis September Nektar mit einem Wert von drei und Pollen mit einem Wert von zwei. Gegessen werden die Blüten meist in getrockneter Form, da sie sehr schnell verwelken und getrocknet länger hübsch aussehen. Im Fokus steht dabei vor allem der Deko-Effekt, da das leuchtende Blau sowohl deftige als auch süße Speisen aufpeppt.

Essbar bei der Sonnenblume sind zwar nicht die Blüten, sondern das Innere der Blüten bzw. die Samen, die sich hier in Form der Sonnenblumenkerne bilden. Doch auch sie bietet den Bienen viel Nahrung – der mögliche Sortenhonig aus dem Spätsommer ist der Beweis. Sie blüht von Juli bis September und weist Nektar- und Pollenwerte von jeweils drei auf.

Denkt man an Lavendel, fällt wohl jedem sofort der typische Duft ein. Doch Lavendel ist auch eine Würzpflanze, deren Blätter und Blüten ähnlich wie Rosmarin schmecken. Sie kommen deshalb gerne in deftigen Suppen oder in Kombination mit Kartoffeln zum Einsatz. Lavendel ist aber auch eine gute Trachtpflanze, die den Bienen von Juli bis in den September Nahrung (Nektarwert drei; Pollenwert eins) bieten kann.

In ähnlicher Farbe wie der von Lavendel kommt auch Borretsch daher. Die Blüten haben in Sachen Bienenweide einen absoluten Spitzenwert beim Nektar mit vier (Pollen zwei) und sie zeigen sich von Juni bis September. Der Geschmack von Borretsch soll angeblich frischen Gurken ähneln und so eignet er sich gut zum Würzen von Salatsoßen. Borretsch ist zudem Bestandteil der sieben Kräuter des Rezepts von Frankfurter grüne Soße. Zuviel sollte man vom Borretsch allerdings nicht essen. Die Verbraucherzentrale Hessen warnt, dass er auch giftige Stoffe enthält.

Beliebt als essbare Deko vor allem auf Salaten sind auch die Blüten Veilchen und Stiefmütterchen. Den Bienen bieten sie zwischen zwar von März bis September Nahrung, allerdings nur mit einem Nektarwert von eins und einem Pollenwert von zwei. Veilchen sehen aber nicht nur schön aus. Auch sie sind gesund und besitzen viele ätherische Öle. Kleiner Tipp: Besonders hübsch und lecker zugleich sind die Blüten auch als Bestandteil von Kräuterbutter.

Einen etwas bessern Bienenweide-Wert als Veilchen und Stiefmütterchen bieten Dahlien und Chrysanthemen (Nektar und Pollen jeweils zwei von Juli bis September bzw. in August und September) und auch sie sind essbar und schmücken so manch eher langweilig erscheinendes Gericht. Rezepte mit Dahlien könnt ihr auf der Seite von mein-schoener-garten.de nachlesen. Mehr zu Chrysanthemen, die auch eine heilende Wirkung haben sollen, gibt es unter krautundblueten.de.

Neben diesen vorgestellten essbaren Bienenweide-Blüten gibt es zahlreiche andere. Es lohnt sich auf die Suche zu gehen und eventuell den eigenen Balkon oder Garten damit zu bepflanzen: eine Win-Win-Situation für Mensch und Biene.

Eure Jana

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