Höhepunkt im Bienenjahr

Eine volle Brutwabe. Foto: Jana Tashina Wörrle

Der 21. Juni ist der längste Tag des Jahres. In vielen Ländern – vor allem im Norden – feiern die Menschen diesen Tag der Sommersonnenwende. Auch im Bienenstock ist dann der Höhepunkt des Jahres erreicht. Die Bienenvölker sind so stark wie zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr. Die Vermehrung nimmt nun ab, aber die Bienen sammeln weiter fleißig Honig.

Die Sommersonnenwende ist ein wichtiger Wendepunkt im Bienenvolk. Bis zum 21. Juni, wenn die Tage immer länger werden, vermehren sich die Bienen ununterbrochen, denn bis dahin legt die Bienenkönigin ist meisten Eier. Die Brutnester wachsen bei den Wirtschaftsvölkern, deren Königin schon mindestens ein Jahr als ist, auf ihre maximale Stärke heran. Mehrere zehntausend Bienen gehören dann zu einem Volk.

Im Mai und Juni herrscht die Schwarmzeit bei den Bienen und sie vermehren sich, indem sie sich teilen. Die Königin zieht dann manchmal mit einem Teil des Volkes aus dem Bienenstock aus. Sie macht Platz für eine neue Königin, die die zurückbleibenden Bienen schon in den Tagen vor dem Schwärmen aus einem Ei oder einer ganz jungen Made hergezogen haben.

Bis zum 21. Juni haben die meisten Imker in Berlin und der Umgebung Frühlings- und oft auch schon den feinen, milden Robinienhonig geerntet. Im Frühlingshonig sind verschiedene Nektarsorten zu finden– mal als Sortenhonig, mal gemischt als Jahreszeitenhonig – wie Raps, Obstbaumblüte, Rosskastanien, Ahorn oder Löwenzahn. Je nach Standort unterscheiden sich Zusammensetzung, Geschmack und Konsistenz.

Eine volle Honigwabe. Foto: Jana Tashina Wörrle

Nach der Sommersonnenwende nimmt die Legeleistung der Königin in den Wirtschaftsvölkern ab, da jetzt allerdings die größte Masse an Bienen in einem Stock lebt, ist die Honigsammelleistung hoch. Ab dem 21. Juni verändern die länger werdende Nächte und kürzer werdenden Tage den Lebensrhythmus der Bienenvölker. Wenn die Sommerlinde anfängt zu blühen, haben die Bienen mit dem Nektarsammeln richtig viel zu tun und nicht mehr so viel mit der Aufzucht der jungen Bienen. Sie denken schon an den Winter und fangen an große Vorräte anzulegen. Über diese Vorräte freuen auch wir uns.

In der Berliner Innenstadt ist die Lindentracht besonders ausgiebig, denn hier löst eine Lindenart die andere in der Blütezeit ab. Nach der Sommerlinde blühen noch die Holländische Linde, die Winterlinde und die Silberlinde und sorgen dafür, dass die Bienen auch dann nicht hungern müssen, wenn wir den frisch eingetragenen Honig ernten. Die Berliner Lindenblüte ist sogar so begehrt, dass Jahr für Jahr Imker aus dem Umland zu ihrer Blühzeit mit ihren Bienenvölkern in die Stadt einwandern.

Doch auch nach der Lindenblüte ist die Sammelzeit der Bienen noch nicht zwingend vorbei. Je nach Region und Wetter blühen im Spätsommer noch Sonnenblumen oder Heidekraut und immer dann, wenn die Bäume viele Blattläuse haben, gibt es Honigtau und damit Blatthonig – stammt er von Tannen, Fichten oder anderen Nadelbäumen, nennt man ihn Waldhonig. Er ist besonders mineralstoffhaltig und aromatisch.

Auch wenn es dann für uns noch längst nicht Winter ist, bereiten sich die Bienen schon intensiv auf die kalte Jahreszeit vor. Die Königin legt dann die Eier, aus der später die Winterbienen schlüpfen.

Was das Honigjahr 2015 noch alles mit sich bringt, bleibt spannend und ist jedes Jahr eine Überraschung. Den neuen Honig aus dem Frühjahr könnt ihr schon jetzt probieren und einfach bei Berliner Bärengold bestellen. Wer sich für die begehrte Lindenblüte interessiert, kann sich schon jetzt ein paar Gläser reservieren.

Genießt den Sommer! Eure Jana

Hauptstadtlinde

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