Warum Bienen im Sommer manchmal hungern

Bienen auf Wabe

Die Linde ist der klassische deutsche Stadtbaum. Neben Himbeer- und Brombeersträuchern, Lilien, Malven und anderen schönen Blüten blüht sie im Juli und bietet unseren Honigbienen Futter. Doch obwohl der Sommer jetzt erst so richtig loszugehen scheint, wird das Nahrungsangebot für die Bienen immer knapper. Probleme gibt es besonders auf dem Land.

Am 21. Juni ist Sommersonnenwende und das Bienenjahr geht von da an auf den Herbst zu. So haben Imker haben eine etwas anderes Zeitrechnung als viele andere, für die Juli und August erst so richtig zum Sommer gehören. Doch wenn die Sommerhitze da ist, sind viele Blüten, die den Bienen Nahrung geben, schon abgeblüht.

Nur wenn es im Frühjahr und Sommer genügend regnet und sich die Blattläuse auf den Nadelbäumen stark vermehren können, können sich die Bienen auf Honigtau freuen. Diesen Drüsensaft der kleinen Baumsauger können sie dann im Spätsommer von Tannen, Fichten und Kiefern sammeln.

Zu viel Mais

Vor allem auf dem Land kommt es im Sommer immer mal wieder vor, dass die Bienen sehr wenig Nahrung finden und der Imker sie füttern muss. In Landstrichen, in denen sich Getreidefelder an Getreidefelder reihen, Maisfelder Maisfeldern folgen und kaum ein Bauer an den Seiten ein paar Blümchen stehen lässt, wird es für manch ein Bienenvolk knapp mit dem Nahrungsangebot.

Umso näher die Bienen aber an Gärten mit vielen Blumen, Parks und wenig von der herkömmlichen Landwirtschaft bepflanzten Gebieten leben, umso eher finden sie hier auch Nektar und Blütenpollen. Gut überbrücken können die Bienen den Nahrungsmangel überall dort, wo entweder gezielt für sie Bäume, Sträucher und andere Pflanzen angebaut wurden, die dann im Juli und August Nektar liefern (man nennt diese Pflanzen Bienenweide) oder dort, wo viele Lindenbäume stehen.

Die Linde bzw. die verschiedenen Lindensorten honigen meist dann noch, wenn andererorts Trachtpause ist und Linden stehen meist in den Städten – auch Berlin ist voll davon. Jedes Jahr wandern sogar Imker aus dem Umland in die Hauptstadt hinein, um die Lindenblüte zu nutzen.

Es blüht in der Stadt

Vergleicht man das Nektar- und Nahrungsangebot von Stadt und Land, dann bieten viele Städte den Bienen heutzutage ein durchgehendes und damit besseres Trachtband als manche Regionen auf dem Land. Monokulturen und stetig verschwindende Blühstreifen an den Feldrändern tragen dazu bei.

Und die Stadtlinden sind übrigens nicht nur gute Überbrücker zwischen dem Trachtangebot der Pflanzen aus dem Frühsommer und dem möglichen Waldhonig aus dem Spätsommer. Sie liefern sogar selbst den sogenannten Blatthonig aus Honigtau, denn Blattläuse mögen nicht nur Nadelbäume, sondern auch Linden.

In den Städten kommen jetzt aber noch weitere gute Nektarproduzenten hinzu – oft sind es Bäume wie der Trompetenbaum, der Götterbaum oder der Tausendblütenbaum Euodia hupehensis, auch Bienenbaum genannt.

Damit die Bienen im Sommer keinen Hunger leiden müssen – egal ob auf dem Land oder in der Stadt – kann jeder etwas tun und im Garten, auf dem Balkon oder einfach im dort, wo von selbst nicht viel wächst, ein paar Samen ausstreuen. Was sich dafür eignet, könnt ihr beim Bundeslandwirtschaftsministerium nachlesen.

Einen Blühkalender für Bienenweide gibt es auf der Seite der honigmacher.de.

Eure Jana

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