Archive for Januar 2011

Honigkuchen Rezept

23. Januar 2011

Bevor ich mit Euch dieses leckere Rezept von Kat Kaufmann teile, gibt es auch noch die Geschichte dazu. Kat ist eine liebe Kundin von BerlinerHonig. Wir haben uns das erste Mal auf dem Weihnachtsmarkt in der Sophienstrasse getroffen, wo Kat unsere Honige probiert hat. Kat wohnt noch nicht so lange in Berlin,  ist aber extra wegen uns zum Markt gekommen. Das finden wir super cool und fühlen uns sehr geehrt. Dankeschön. Auch bei der letzen Honig-Happy Hour war Kat dabei und hat uns dann erzählt, wie sehr Sie den Götterbaum Honig mag. Da Kat auch super gerne backt und kocht hat Sie mir versprochen den Götterbaum Honig mal in einem selbst kreierten Rezept auszuprobieren und hier ist es das Honigkuchen Rezept von Kat Kaufmann.

Zunächst 150g Butter, 150g braunen Zucker und 150g Honig im Wasserbad erwärmen. Eventuell kann man die Honigmenge auch erhöhen, aber Honig hat beim Backen eine andere Konsistenz als Zucker, daher habe ich erst mal halb-halb getestet…

4 Eier aufschlagen, die Honig-Zucker-Butter-Masse unterrühren, dann 150g gemahlene Mandeln, 4 mittelgroße geriebene Möhren, 1/2 TL Salz und 1/2 TL Natron unterrühren.

Nach Belieben würzen – z.B. mit Whisky, oder Zimt, oder Vanille…

In kleine Förmchen füllen und etwa 40 Minuten backen, ggf. auch länger. Abkühlen lassen, vorher ist der Honigkuchen noch sehr klebrig, und genießen!

Wir werden das auf jeden Fall ausprobieren. Danke Kat. Ich bin schon sehr auf Deine nächste Kreation gespannt

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Was ist denn nun so besonders am Honig aus Berlin?

21. Januar 2011

Liebe Freunde,

Hier ist eine Frage, die uns häufiger gestellt wird. Ich versuche das Mal ein bisschen zu beschreiben, obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass man den Honig schmecken muss. Aber dann nehmt das hier als Vorgeschmack. Warum also ist der Honig aus Berlin so besonders? Weil so viele verschiedene Blüten drin sind, weil er frisch ist, weil er naturbelassen ist, nicht gefiltert, nicht gemischt und weil er von nebenan kommt. Und bei den Honigen im Supermarkt soll das nicht so sein? Naja … Vor 3 Jahren dachte ich auch noch, dass es den Bienen auf dem Land besser geht. Pustekuchen.

Aber der Reihe nach:

Jede Stadt / Region hat einen ‚BlütenFingerabdruck‘ – in Berlin blühen neben Obstbaumblüten (Apfel, Birnen, Kirschen und Quitten), Ahorn, Rosskastanien (rot und weiss), Robinien, Linden und Götterbaum (kennt kein Mensch, ist aber extrem markant) und Vergissmeinicht. Dazu kommen unzählige Wild- und Balkonpflanzen. Je nachdem wer was anbaut. Die Bienen mögen das.
Monokulturen wie z.B. Raps und Sonnenblumen sind für die Bienen so, wie wenn wir 3 Wochen lang Currywurst essen müssen – nicht so gut für das Immunsystem. Das wirkt sich auch auf den Geschmack des Honigs aus. Außerdem haben wir in der Stadt keine Pestizide, die die Bienen gefährden können. Berlin ist ein Paradies für Bienen – und das ist kein Joke. Ja ja, jetzt kommt bestimmt jemand mit der Schadstofffrage. Absolut berechtigt. Aber, die Bienen funktionieren wie ein Filter, d.h. der Nektar wird gereinigt bevor er in den Bienenbau kommt. Außerdem wurde der Honig aus Berlin auch getestet und war vollkommen in Ordnung.

Das Besondere ist auch, dass es diesen Honig überhaupt gibt, denn in den letzten 10 Jahren haben wir 30% unserer einheimischen Bienen verloren. Wir essen in Berlin ca. 4000 Tonnen Honig, produzieren aber nur 150 Tonnen. Wenn man da rechnet, merkt man schnell, dass das nicht gut ist. Wir machen BerlinerHonig ja vor allem, weil viele gar nicht wissen, dass der Honig, den sie da im Supermarkt kaufen, gar nicht aus Deutschland kommt. Die Verpackung sieht ja immer schön aus. Erst wenn man das Glas umdreht, sieht man, wo der Honig herkommt – Ursprungsland und Abfüllort sind auch zwei verschiedene Schuh. ‚Mischung aus EG-Ländern‘ bzw. ‚Mischung aus Nicht-EG Ländern‘ – d.h. heisst im Zweifel China und Mexiko, lange Transportwege und Lagerung. Oft schmeckt der Honig, den ich im Mai von einer Marke kaufe, wie der vom Juli, Oktober oder Januar. Das liegt daran, dass diese Honige ‚designt‘ werden, d.h. solange gemischt bis sie perfekt sind, d.h. wahrscheinlich 80% der Probierenden sie gut finden (aber das ist Spekulation). Ein Honig kann nämlich nicht gleich schmecken. Oftmals lagern die Bienen in den unterschiedlichen ‚Etagen‘ des Bienenhauses (den Waben) verschiedene Honige ein. Bei uns ist es so, dass der Berliner Honig ja aus verschiedenen Ecken kommt. Es entstehen automatisch Unterschiede, weil wir den Honig nicht mischen und so abfüllen, wie er im Bienenhaus ist. Viele sind überrascht, wie unterschiedlich Honige aus Berlin schmecken können.

Besonders wird der Berliner Honig auch durch seine Frische – viele wissen gar nicht, dass frischer Honig anders und am besten schmeckt. Das Aroma verfliegt nämlich nach einer Weile. Das ist so wie beim Saft, gleich nach dem Pressen ist das allerbeste.
Honig wird wegen des natürlichen Trauben und Fruchtzuckeranteils nicht schlecht, d.h. aber noch lange nicht, dass er nach der Ernte genauso gut ist wie 10 Jahre danach – man hat auch Honig in Pharaonen Gräbern gefunden, der war bestimmt noch geniessbar, aber wohlschmeckend auf keinen Fall.

Das sind jetzt die wichtigsten Punkte, wobei ich diese Liste bestimmt ergänzen muss.

Kommt der Honig eigentlich wirklich aus Berlin?

21. Januar 2011

Kommt der Honig eigentlich wirklich aus Berlin? Das ist eine Frage, die wir sehr oft hören. Die Antwort ist: Ja – unser Berliner Honig kommt von Bienen, die im Berliner Stadtgebiet leben. Berlin ist eine der grünsten Großstädte Europas – 20% innerstädtischer Wald + 400.000 offiziell registrierte Bäume (ein paar illegale Bäume gibt es natürlich auch). Über 500 Imker sind gemeldet die 3000 Völker betreuten (aber: früher gab es soviele Bienen fast allein in Berlin Weissensee).  Die Bienen lieben die Blütenvielfalt – angefangen mit begrünten Balkons mit Kräutern (z.B. Thymian und Oregano) und Blumen, über Bäume, Wiesen, Parks (z.B. Volkspark Friedrichshhain), Vorgärten und Kleingärtenkolonien. Berlin ist ein Paradies für Bienen – ohne Monokulturen und Pestizide, die auf dem Land leider zur Tagesordnung gehören. Bienen funktionieren wie Filtern, d.h. Schadstoffe im Nektar gibt die Biene nicht in das Bienenvolk zurück, wo der Honig eingelagert wird. Der eingelagerte Nektar ist quasie gereinigt.

Viele vermuten ja, dass der Honig aus dem Umland kommt, ist aber nicht so. Direkt am Alexanderplatz stehen keine Bienen von Imkern, die bei uns mitmachen – aber den ein oder anderen Balkonbienenstock gibt es ganz sicher, man sieht sie nur nicht so offensichtlich, weil die hiesigen Imker sich auch vor Vandalismus und Diebstahl schützen müssen. Manche Imker halten Ihre Bienen auch auf Dächern – ist etwas beschwerlich, funktioniert aber. Da muss man nicht nach New York schauen.

Unser Berliner Honig kommt z.B. aus Hohenschönhausen, Weissensee, Wannensee, Dahlem, Zehlendorf, Spandau, aus der Nähe vom Botanischen Garten und Köpenick. Die Bienen fliegen im Umkreis von 4 km, und lieben in Berlin besonders die Blüten von Obstbäumen (Äpfel, Birnen, Quitten, oder Kirschen), Rosskastanien (rot und weiss), des Ahorns, der Robinien (falsche Akazien), der Linden (es gibt über 80.000 davon), von Götterbäumen und Vergissmeinicht. In so einem Honig kann der Nektar von über 150 verschiedenen Büten enthalten sein. Das macht ihn so aromatisch.

Mehr Persönliches

21. Januar 2011

Liebe Freunde,

Manchmal gibt es so Tage, da bin ich traurig und frage mich, warum kaufen nicht mehr Leute unseren Honig, warum schreibt uns niemand, wieso stellt niemand eine Frage z.B. warum dieser Honig so besonders sein soll und überhaupt wieso man denn Honig aus Berlin braucht. Das ist ein bisschen so, wie wenn man jeden Tag zum Briefkasten geht und nix drin ist ausser Rechnungen und so komische Werbeangebote. Ihr kennt doch alle `kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich` – genauso ist das. Wenn Du anfängst ein Unternehmen aufzubauen, weiss man ja nie so richtig, ob das alles aufgeht, was man sich so gedacht hat. Dann denke ich die ganze Zeit `Esst mehr einheimischen Honig, sonst gibt es bald keine Bienen mehr ` und am liebsten möchte ich es rausbrüllen mit einem Megaphone. Ich weiss aber auch, wenn alle anfangen würden, den BerlinerHonig zu essen, hätten wir gar nix mehr da, aber das wäre auch eine schöne Situation. Aber der Honig will erstmal gegessen werden. Gestern zum Beispiel war ich bei meinem Freund Udo und sehe noch ein halbvolles Glas Honig. Das war nicht irgendein Honig. Das war ein Honig mit einem alten Etikett, d.h. der Honig war mindestens 10 Monate alt. `Hilfe`, dachte ich. Warum isst Du den Honig nicht. Dabei hatte ich ihm wieder frischen Honig mitgebracht. Oder ich rufe Kunden an und die sagen mir, dass Sie von dem Honig, den wir Ihnen im Juni geschickt haben, noch 2 Gläser übrig sind. Naja, aber ich kann ja den Leuten nicht den Honig ins Mäulchen stopfen. Obwohl ich es gern würde.

Ich will auch kein Mitleid oder so, nur rausfinden, wie das funktioniert, was ich tun muss, damit mehr Leute unseren Berliner Honig ausprobieren und nicht mehr zum 0815 Standardhonig greifen, der – ohne, dass es die meisten wissen – meist aus China oder Mexiko kommt, und nicht nur wegen der Entfernung ziemlich weit weg ist von dem, was wir hier um die Ecke an Honig ernten. Deswegen habe ich mir überlegt, dass ich ein bisschen auf Explorationskurs gehe und mir anschaue, wie das die anderen machen und mehr Fragen stelle. Wir werden also nicht mehr nur Rezepte und lustige und vernachlässigte Lebensmittel aus der Region posten (das machen wir auch weiterhin), sondern Euch auch ein bisschen hinter die Kulissen schauen lassen, wie das alles so funktioniert bei uns und Euch vor allem auch Raum geben.

Eure Annette

Munter-Macher Suppe mit Kokosöl, Karotten, Ingwer und Honig

14. Januar 2011

Es gibt nichts Schöneres als das Jahr mit einer Erkältung anzufangen. Nach einem Termin mit anderen regionalen Produzenten, fahre ich über Marzahn Richtung Mitte und komme an den goldenen Ms von McDonalds vorbei. Wie einfach wäre das jetzt. Total verrotzt, nicht mal aussteigen – bestellen – essen – fertig. Aber es wäre auch nicht gut. Das Teufelchen siegt nicht. Dem Engelchen fallen schöne Worte ein – Kokos, Möhrchen, Ingwer, Kohl, Honig und schwupp die wupp stehe ich in meiner Küche. Zuerst nehme ich Kulau Kokosöl von meiner lieben Freundin Josefine. Das Kokosöl ist eine willkommene Abwechslung in unserem sonst olivenöllastigem Haushalt. Also ein Experiment. Heute koche ich eine Entschlackungs- und erkältungstaugliche Karottensuppe mit Wirsingkohl, Rosenkohl, Lindenhonig, Ingwer und Muskat. Das sind fast alle Zutaten, die Du brauchst und die ich in meiner Küche gefunden habe. Um für den Rest der Woche versorgt zu sein, nehme ich mir den größten Topf, den ich finden kann – gefühlte 20 Liter (stimmt aber nicht, sind wahrscheinlich nur 7)

Vor dem Pürieren ist nach dem Pürieren

Vor dem Pürieren ist nach dem Pürieren

Du brauchst: 2 Zwiebeln (geschält, halbiert, geviertelt und dann in Streifen geschnitten), 2 Esslöffel Kulau Kokosöl, 1kg Möhren (grob geputzt und dann in Fingerdicke Stücken schneiden), eine halbe Staude Rosenkohl oder ein Netz (waschen, putzen und halbieren) und einen kleinen Wirsingkohl (bzw. die Hälfte von einem großen) in Streifen schneiden. Dann noch 2 Äpfel – davon einen in grobe Stücke und den anderen in feine Stücke schneiden, ein 5-10 cm langes Ingwer Stück (klein geschnitten oder gehackt) und Honig (z.B. Hauptstadtlinde)

Was Du jetzt machst: Das Kokosöl kommt mit den Zwiebeln in den grossen Topf und werden mit etwas Salz ca. 5 Minuten angedünstet. Ich fange mit den Zwiebeln an, und gebe die restlichen Zutaten (Rosenkohl, Möhren und Wirsing) dazu, wie sie fertig werden. Es gibt ja auch die “ich schnippel erstmal alles fertig und dann kommt es in den Topf“ Fraktion. Das mache ich auch manchmal, aber meist halte ich es nicht aus und muss vorher schon den Herd anschmeissen – Parallel setzte ich den Wasserkocher auf, sobald das Wasser gekocht hat, gebe ich es in den Topf – soviel Wasser, dass alles Gemüse gut bedeckt ist. Dazu kommt noch mein grobgeschnittener Apfel mit Schale. Das ganze lasse ich ein paar Minuten (vielleicht 5) köcheln, es muss noch bissfest sein. Jetzt schöpfe ich die Hälfte vom Gemüse mit der Suppe ab und stelle das zur Seite. Die restliche Suppe ist bereit zum Pürieren. Bevor es mit dem Pürierstab losgeht, gebe ich den fein geschnittenen Apfel auch mit Schale und die geschnittenen Ingwerstücken (ohne Schale) in den Topf. Und dann wird es püriert. Wenn alles klein ist, wunderbar, dann wird abgeschmeckt. Du brauchst Salz, Schwarzer Pfeffer, Berliner Lindenhonig (Hauptstadtlinde) und frischen Muskat. Beim Honig rate ich zu Vorsicht, 1 Esslöffel kann genug sein. Ich war mit 2 Esslöffeln Honig nicht sparsam, was Jemi zu der Aussage verleitete, dass es sich um eine Nachtischsuppe handele. Ist natürlich Quatsch. Je nachdem wie süß Du es magst, dosiert Du. Salz brauchst Du bestimmt 1 Teelöffel, aber sei auch hier vorsichtig und taste Dich heran. Ich pfeffere gern und viel. Am besten noch eine Brise Muskat und dann ist alles wieder schön. Wer will, verfeinert mit Sahne. Idealerweise dürfte Petersilie nicht fehlen, wer mag, nimmt von dem beiseite gestellten Gemüse etwas zur Deko.

Muskat ist alles

Muskat ist alles

Vor dem Servieren kommt ein Hauch Muskat über die Suppe, und fertig ist Eure Super-Power-Suppe, die durch den Ingwer eine schöne scharfe Säure hat und vom Muskat und dem Lindenhonig abgerundet wird. Wer richtig satt werden will, nimmt einen sehr großen Teller oder schnippelt noch ein paar Kartoffeln rein. Kalorien müsst ihr keine Zählen, denn in dieser Suppe ist nicht annähernd soviel Fett wie in jedem Restaurants – wir sind fast schon sparsam mit unseren 2 Löffelchen Fett. Aber Vorsicht: diese Suppe ist der absolute Wachmacher. Haben wir selbst wider Willen ausprobiert. Ihr seid top-fit. Also nicht zu spät essen, aber das soll man ja sowieso nicht, ach ja ….

Der Super Munter-Macher

Der Super Munter-Macher

Lasst es Euch schmecken!

Eure Annette von BerlinerHonig