Archive for November 2010

Was essen die Bienen im November?

10. November 2010

Was blüht im November? Blüht da überhaupt noch etwas?

Ich sehe nur rot-gelbe Blätter und zerfrorene Nasen. Heute ist der erste schöne Tag in Berlin. Man könnte meinen, die Bienen bleiben in ihrem Stock und naschen einzig und allein den im Sommer eingetragenen Honig. Manachmal jedoch, wenn die Temperaturen etwas nach oben klettern und die Sonne auf den Bienenbau strahlt, krabbelt die ein oder andere Biene raus. Denn selbst zu dieser kalten Jahreszeit blühen Pflanzen. Ein Gespräch mit Honigmicha, der in Weißensee imkert, ergab folgendes:

Es blühen: 1. Efeu, 2. blaue Astern (Herbstastern), 3. Knöterich (eine Schlingpflanze) und 4. Tobinambur (war mir bisher nur als sehr wohlschmeckende Suppenbeilage bekannt)

Was ist Zementhonig oder Betonhonig? Wenn die Bienen super viel Efeu finden (was bei uns nicht so oft vorkommt), entsteht ein sogenannter Zementhonig, d.h. ein Honig der so fest wird, dass er nicht mehr aus den Waben kommt. Die Bienen können auf diesem Honig nicht überwintern. Er muss entnommen werden.

Also, seid lieb und lasst die Blüten stehen, manch eine Bienchen mag sich noch dran laben.

Eure Annette

Streuobstwiesen – erst ein All-You-Can-Eat Buffet und hinterher gibts Saft und Honig

1. November 2010

Wir unterstützen die Streuobstwiesen Initiative www.streuobstwiesen.org, weil Streuobstwiesen eine der wichtigsten Lebensräume für unsere Bienen sind. Durch die große Blütenvielfalt stärken Sie das Immunsystem der Bienen und machen den Honig besonders aromatisch.

Im Frühjahr ist der Lebensraum der Bienen die Streuobstwiese. Neben den Frühjahrsblühern, wie Krokussen, Schneeglöckchen, Narzissen und Haselnusssträuchern, finden die Bienen in den Blüten von Apfel-, Birnen-, Pflaumen-, Kirschen- und Quittenbäumen reichhaltige Nektarquellen.  Zahlreich wandern Imker zur Obstbaumblüte z.B. ins Alte Land in Norddeutschland. Dort finden die Bienen gerade am Anfang des Jahres genügend Nahrung für den milden Obstbaumblütenhonig, den ersten Honig des Jahres, von dem es leider dieses Jahr so wenig gab. Doch die Bienen trinken nicht nur den Nektar der Streuobstwiesenblüten, Sie bedanken sich mit der Bestäubung der Blüten. Dadurch machen sie die Früchte groß, dick, saftig, mild im Geschmack und lange haltbar. Allein in Deutschland entspricht die Bestäubungsleistung der Bienen einem volkswirtschaftlichen Wert von 2 Milliarden Euro.  Wo ohne Bestäubung nur ein Apfel das Licht der Welt erblickt hätte, sind es mit den fleißigen Bienenhelfern bis zu 10 Äpfel.  Der Blütenreichtum lockt  nicht nur Bienen an. Hummeln, Schmetterlinge und Wespen finden sich ein und ziehen Igel, Fledermäuse und Vögel nach.

Den Sommer über vergnügen sich die Bienen an Robinien und Linden, schmusen mit Blattläusen und erfreuen sich an Wildblumen, Kräutern und Beeren. Im Herbst, wenn das Obst der Streuobstwiesen reif ist, kommen die Bienen wieder und bringen Wespen, Hornissen, Würmer und Spinnen mit zum Buffet. Die Bienen laben sich an den herabgefallenen Früchten und finden so zum Ende des Jahres wertvolle Energie, die sie auf den Winter vorbereitet und die sie brauchen, um die kalte Jahreszeit zu überstehen.  Selbst im Winter, wenn sich die Bienen längst in ihrer ‚Traube‘ zusammen gekuschelt haben, bessern die Vögel ihr karges Futterangebot durch den einen oder anderen am Baum verbliebenen Apfel auf, oder graben Früchte aus dem Schnee aus. Streuobstwiesen sind für Bienen, Hummel, Hornissen und andere Insekten ein großes All-You-Can Eat Buffet. Im Gegenzug dürfen wir regionalen Obstsaft trinken und  aromatischen Obstbaumblütenhonig naschen. Es ist unsere Pflicht, das für uns und unsere Kinder zu bewahren.

Annette von berlinerhonig.de