Archive for Oktober 2010

Ist der Honig kaltgeschleudert?

23. Oktober 2010

Ob unser Honig kaltgeschleudert ist, bejahen wir immer gern. Das Schmunzeln können wir uns aber nicht verkneifen, denn hier hat die Marketingwelt ganze Arbeit geleistet. (genauso wie mit den Supermarkt Gläsern auf denen in großen Buchstaben ‚Honig vom Lande‘ ‚Imkerhonig‘ oder ein Abfüllort in Deutschland steht. Wenn man dann genauer hinschaut, findet man meist auf der Rückseite des Etiketts in der kleinsten möglichen Schriftgröße (also fast unleserlich) die wirklich wichtigen Informationen, nämlich, dass es sich um eine Honigmischung aus EG und NICHT EG Ländern handelt, und der Honig keinesfalls aus Deutschland kommt. Zur Klarstellung, jeder Honig aus Deutschland ist kaltgeschleudert und sagt deswegen nichts über die Qualität des Honigs aus. Das Prädikat ‚Kaltgeschleudert‘ wird von der Industrie benutzt um dem Endverbraucher Qualität vorzutäuschen. Ein Honig kann kaltgeschleudert sein und trotzdem ultrahocherhitzt, gemischt und gefiltert (was nach deutscher Honigverordnung erlaubt ist) aber nichts mehr mit dem Naturprodukt Honig zu tun hat, wie wir es verstehen. Die kleinen Imker haben sich aus Angst vor dem Endverbraucher noch nicht dazu durchringen können, darauf zu verzichten. Da hilft nur nachfragen und weitersagen.

Wer es ganz genau wissen will: Bei der Schleuderung des Honigs wirken Zentrifugalkräfte und keine Wärme. Aber irgendwo muss dieses ‚kaltgeschleudert‘ ja herkommen. Wir haben also für Euch recherchiert. Und tatsächlich, früher hat man die Waben mit dem Honig erwärmt, so, dass der Wachs sich vom Honig trennt, und beim Erkalten über dem Honig ablagert. Wenn der Wachs vollständig ausgekühlt ist, kann man ihn abschöpfen. Das ist aber so umständlich und dauert so lange, dass das heutzutage kein Imker mehr macht.

Der Vollständigkeit halber. Es gibt eine Möglichkeit, wo Wärme zum Einsatz kommt: Vereinzelt nutzen Imker einen Heißluftföhn, um die oberste Wachsschicht von ihrem Honig abzuschmelzen, bevor die Honigwabe in die Schleuder kommt. Das ist aber sehr aufwendig und eher selten anzutreffen.

Liebe Grüße,

Annette von berlinerhonig.de

Kaffee und Honig – Schon einmal probiert?

1. Oktober 2010

Hallo Ihr Lieben, hier ist mein Gastbeitrag für den Black Pirate Coffee Crew Blog

Honig statt Zucker – Meist werde ich komisch angeschaut, wenn ich vorschlage, Kaffee einmal mit Honig zu Süßen anstatt mit Zucker.  Dann ergänze ich, dass es auch über 60 Cocktail-Rezepte mit Honig gibt, und alle nicken wohlwollend. Kaffee und Honig sind die perfekte Kombination für einen schnellen Energieschub. Über die Wirkung des Koffeins muss ich keine Worte verlieren und der Honig geht sofort ins Blut. Honig besteht nicht nur aus natürlichen Frucht- und Traubenzuckern (das Verhältnis von Trauben- und Fruchtzuckern bestimmt übrigens wie flüssig ein Honig ist.) sondern enthält bis zu 200 Inhaltsstoffe, unter anderem Enzyme, Aminosäuren, Pollen, Mineralstoffe und Vitamine. Der Nektar, den die Bienen für den Honig sammeln, kann bis zu 150 Blüten enthalten. Das macht einen guten Honig geschmacklich interessant.

Aber wie muss nun der Honig sein, mit dem man am besten den Kaffee süßt:

  1. Einheimisch: Ihr tut nicht nur euren Geschmacksknospen Gutes, sondern unterstützt auch die lokale Wirtschaft, wenn ihr einheimischen Honig nehmt.
  2. Frisch: frischer Honig, dass heißt von dieser Saison, also vor ein paar Wochen geerntet, hat das beste Aroma.  wer ein intensives Geschmackserlebnis möchte, isst den Honig am besten aus der Wabe.
  3. Mild und Blumig: Zum Kaffee passen sehr gut Robinien- oder Obstbaumblütenhonige. Der Frühlingshonig von BerlinerHonig ist ein gutes Beispiel dafür, denn er hat einen sehr hohen Robinienanteil (oder falsche Akazie), der den Honig vom Geschmack sehr mild, fast blumig macht. Wenn Du das Glas öffnest, duften die Blüten von Birnen, Äpfeln, Pflaumen und Kirschen. Die Leichtigkeit dieses Honigs rundet den Kaffee perfekt ab.

Und wie muss der Kaffee sein, damit er den Honig gebührend empfangen kann?

  1. Es muss Dein Lieblingskaffee sein (also hier am besten keine Experimente), denn Honig ist ein Geschmacksverstärker und Du willst ja nichts verstärken, was Du nicht magst.
  2. Der Kaffee darf nicht zu heiß sein, sonst macht man die Enzyme und Aminosäuren des Honigs kaputt. Im Bienenbau herrschen 35 Grad Celsius, das ist für den Honig ideal, bis 40 Grad ist alles in Ordnung, danach wird es kritisch.

Und wieviel Honig soll ich nun nehmen?

Da Honig eine viel stärkere Süßkraft als Zucker hat, empfehlen wir mit weniger als der Hälfte der Menge, die Du normalerweise an Zucker nehmen würdest, zu beginnen. Dann kannst Du Dich Schritt für Schritt bis zum perfekten Süßungsniveau hochhonigen. Und wem Dir das trotzdem nicht schmeckt (was wir uns überhaupt nicht vorstellen können), dann nimmst Du Dir einfach ein Brötchen mit Butter und Honig und dazu eine Tasse von Deinem Lieblingskaffee.

Wir wünschen Euch viel Freude beim Experimentieren und freuen uns über Feedback.

Eure Annette

Wer es ein bisschen genauer wissen will

Leider sind heutzutage nicht alle Honige aromatisch und komplex. Wir Deutschen  sind zwar Weltmeister im Honigkonsum (durchschnittlich essen wir 1,4 kg pro Jahr) aber nicht im Glasumdrehen und wissen, wo der Honig herkommt. Geht man in den Supermarkt, findet man nur mit einer gehörigen Portion Glück ein Gläschen aus Heimischen Gefilden. Das ist kein Wunder, denn in den letzten 10 Jahren haben wir über 30% unseres Bienenbestandes verloren, was ökologisch einer Katastrophe gleicht. Die meisten Honige sind Importhonige, die  einige Zeit auf dem Buckel haben können und  immer gleich schmecken – was bei einem Naturprodukt wie Honig eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Um dem Trauerspiel in den Märkten Abhilfe zu schaffen, haben wir BerlinerHonig gegründet, eine Initiative von Imkern, die sich mit ihrem ganzen Herzblut für die Bienen einsetzen und allen Leckermäulchen Honig in seiner ursprünglichen Form zurückbringen will: naturbelassen, ungemischt, ungefiltert, fair gehandelt, hochwertig und für jedermann über das Internet verfügbar.  Ich höre Euch schon sagen, aber in einer Stadt wie Berlin, kann das denn gut gehen? Es kann. Berlin ist nicht nur eine der grünsten Großstädte Europas (wir haben über 20% innerstädtischen Wald) die Bienen fühlen sich in der Stadt pudel wohl – die enorme Blütenvielfalt auf engstem Raum (Bienen fliegen nur im Umkreis von 3-4 km) stärkt das Immunsystem der Bienen und wirkt sich auch auf das Aroma des Honigs aus, ebenso das Nichtvorhandensein von Pestiziden, die die Bienen auf dem Land krank machen können. Wenn ihr das nächste Mal eine große Rapswiese oder ein großes Sonnenblumenfeld seht, dann denkt einfach mal daran, wie es sich anfühlt, wenn ihr 3 Wochen lang Currywurst essen müsstet. Da ist jedes Kornblümchen am Wegesrand eine gesunde Abwechslung.

Hier gehts zum Originalartikel von der Black Pirate Coffee Crew: http://bpcc.de/blog/?p=2799

Unsere Lieblingspiraten haben eine tolle Kaffee und Honig Kombi zusammengestellt. Schaut mal: http://bpcc.de/kaffee/spring-aus-der-koje-pirat-fruhstucksset.html oder hier: http://bpcc.de/kaffee/sweet-pirate-kaffee-trifft-honig.html

Hier noch ein tolles Rezept mit Kaffee und Honig, was gefunden habe, vielleicht wollt ihr das mal ausprobieren und einen Kaffee dafür empfehlen: http://kaffeedramatiker.wordpress.com/2010/08/17/kase-mit-honig-und-blaubeeren/