Bienenbesuch im Juli

Die Bienen: Wir wollen mehr Bienen in Deutschland. Deswegen halten wir nicht nur Bienen in Berlin, sondern auch bei unseren Eltern und Großeltern in der Lausitz (Volk 3, Volk 5, Jemis Varree Experiment und ein Newbie Ableger) und im sächsischen Elbtal (ein kräftiger Newbie Ableger, der bald Gesellschaft vom Newbie Ableger  aus der Lausitz bekommt). Wegen der starken Hitze habe ich unseren Lausitzer Bienen einen Besuch abgestattet und konnte mit meinem Hilfsimker Tanja arbeiten. Mama Tanja war am Anfang zurückhaltend,  wagte sich aber – weil Jemi gerade in den USA Bienen besucht – in seinen Tele-Tubbie Imkeranzug (für alle die glauben, dass man teure Imkerkluft zum Bienenstreiche haben muss, muss man nicht, ein Maleranzug für 3 Euro tut es fürs erste auch) und assistierte ruhig und professionell.

Den Bienchen ging es insgesamt sehr gut, die Honigräume waren schön gefüllt und werden nächste Woche geschleudert –  weil meine neue Schleuder schon nach einmaliger Benutzung kaputt ist und gerade repariert wir und  noch nicht alle Waben komplett verdeckelt wurden.

Falls die lieben Damen in der Zwischenzeit unter Platzmangel leiden sollten, habe ich Ihnen einen zweiten Honigraum zur Verfügung gestellt – jeweils mit zwei  halbvollen Honigwaben aus dem ersten Honigraum bestückt. Wer den traurigen Anblick von einem nicht angenommenen Honigraum kennt,  weiß, dass die Damen manchmal  keine Lust haben, ihr Zuhause auszuweiten. Bin gespannt was in einer Woche passiert. Gestern habe ich zur Verköstigung mehrere Stücke Wabenhonig ausgeschnitten und konnte bereits nach einem Tag sehen, dass die Bienen 5 cm neue Waben angebaut haben.

Volk 5 hatte vor einiger Zeit Lust zu wandern und ist deswegen leicht geschröpft. Ein Absperrgitter habe ich nicht benutzt. Nun sieht man sehr schön, wie die Damen um den Brutbereich den Honigkranz füllen. Mit dem Schleudern müssen wir hier noch etwas warten.

Ende Juni haben wir einen Ableger mein Newbie Volk gebildet. Nachdem ich das Volk kurz öffnete wurde ich mit einem mürrischen Brummen begrüßt (ich Vergleich dazu waren Volk 3 und Volk 5 sehr leise – zumindest am Anfang). Hier wollte jemand allein gelassen werden. Rein rechnerisch sollte die Königin bereits geschlüpft aber noch nicht begattet sein, was die Unruhe erklärt. Da fast alle Waben belegt waren, haben diese Damen zur Sicherheit ein Absperrgitter (was ich eigentlich nicht mag) und einen Honigraum bekommen, in dem ich zur Verstärkung zwei Rahmen mit Stiften und verdeckelter Brut  aus Jemis Varree Experimentvolk parkte.

Nun zu Jemis Varree Experimentvolk. Das Volk baut wunderbar, diagonal zu den Holzstäbchen, die wir auf jeden Holzraum legten – was natürlich so nicht geplant war, aber wer kann schon 20.000 Mädchen planen. Stifte konnte ich auch entdecken.  Juhu, es gibt eine Königin. Ich hoffe, die gibt es immer noch. Unsere Annahme: wenn man klassische Rahmen in eine Varree  Beute legt, bauen die Bienen parallel zu diesen, gerade Rahmen müsste grade Waben bedeuten. Nachdem mir ein Rahmen im Bienen Haus komplett ausgebrochen ist und ich die Matscherei wieder richten musste, habe ich Papa Helmut kurzerhand überzeugt Rahmen fürs Varreemaß zu bauen. Diese haben dann Hilfsimker Tanja und ich professionell eingesetzt. Ich bin gespannt, ob nun die Bienen frei weiterbauen oder unsere tollen Konstruktionen komplett ignorieren.

Neben den auseinanderfallenden Waben in der Varee Beute, einem sich lautstark in meinem Haar verfangenen Drohn, brütenden 30 Grad und einem Bauchkrampf bei offenem Volk inklusive Stich in den Finger war dieser Bienenbesuch sehr schön.

Flora und Fauna: In den umliegenden Wäldern sieht man Brombeer- und Himbeersträucher, die Linde blüht. Die Wälder sind mit Getreidesorten bedeckt, ab und zu sieht man Wildkräuterstreifen, Kornblumen, Mohn und wilde Kamille. Die Rosen blühen schön.  Der komplexe Geschmack kommt wahrscheinlich durch die Kleingärtner aus der Umgebung, die fleißig Blumen und Kräuter pflanzen.

Honig und Pollenfarben: Die Farbe des Honigs hat mich an das sehr intensive Gelb von meinem Lieblingsleinöl erinnert –  mit einem leichten Blauschimmer. In den Waben habe ich vereinzelt Nektar mit Grünschimmer entdeckt. Der Pollen war gemischt milchig, grau mit Orange. Je Wabe (auf einem Honigrahmen gibt es bis zu 700 Waben) konnte ich bis zu 10 Arten von Pollen (Blütenstaub und 2reinstes Eiweiß) entdecken. Geschmacklich finde ich eine leichte Schärfe und eine große Komplexität. Im Vergleich zu den milden und fruchtigen Obstbaumblüten der Frühjahrsernte wird dieser Honig kräftiger.

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