Archive for Mai 2010

Was blüht im Mai? – Löwenzahn, Kastanie, Ahorn, Raps

30. Mai 2010

Nach diesem verrückten April, war auch der Mai sehr unruhig und wechselhaft – was ja die Bienen gar nicht mögen. Mit der Ablegerbildung konnten wir erst am 16. Mai  beginnen.

Die Frühjahrsblüher und Obstbaumblüten (Kirsche, Apfel, Birne und Pfirsiche) verlassen uns Mitte bis Ende Mai. Dafür geben sich die Blüten von Löwenzahn, Rosskastanien, Ahorn, und Raps die Hand.

Löwenzahn: Den Löwenzahn sieht man in Wald und Flur. Auch in Berlin blüht er schön, Anfang Mai konnten wir den ersten Löwenzahn sehen, Ende Mai fängt die zweite Ernte an, wenn man so will. Für einen Löwenzahnhonig reicht es in Berlin nicht, aber schön sieht er aus. Auch im verblühten Zustand, wie ich finde.

Rosskastanien: Man sieht in Berlin zwei Sorten: weiße und rote Rosskastanien. Die roten geben den Bienen wunderbare dunkelrote Pollenhöschen. Testet man diesen Pollen, schmecken er sehr kräftig und stumpf. Folgt man den Aussagen einiger Imker, die mit Hinterbehandlungsbeuten arbeiten, war der Rosskastanienhonig noch nie so dunkel. Die Bienen lieben die roten Rosskastanien, wer einmal das Vergnügen hatte, sich unter einen solchen Baum zu stellen, kann das brummen bestätigen, die weißen Rosskastanien wurden verhaltener angenommen.

Ahorn: Auch den Ahorn sieht man Ende Mai. Was die Honige angeht, ist er geschmacklich etwas leichter, fast ein bisschen zitrig, aber noch lange nicht so intensiv wie der Sommerhonig.

Raps: Nicht nur außerhalb von Berlin blüht der Raps, auch innerhalb von Berlin ist er auf kleinen Flächen zu sehen. Wenn man genau schaut, sieht man ihn schonmal in der Wildform am Wegesrand.  Rapshonig kristallisiert wegen des hohen Traubenzuckeranteils sehr schnell, schmeckt eher süß und mild und eignet sich meines Erachtens wunderbar zum Kochen.

Auch der Flieder zeigt sich ab Mitte Mai in schöner Blüte. Leider können die Bienen kein Fliedernektar trinken, ihr Rüsselchen ist nicht lang genug wie die tiefen Kelche. Die Hummel ist hier von größerem Vorteil und bedient sich am weissen und lila Fliederbouqet.

Der Spargel wächst ab Anfang Mai um Berlin. Auch einheimischer grüner Spargel ist möglich, man muss nur fragen. Schön am grünen Spargel ist, dass man ihn nicht schälen muss.

Für Erdbeeren ist es noch zu früh. Dafür kommt der Rhabarber Anfang Mai zu uns. Er schmeckt roh wunderbar mit Honig. Interessanterweise enthält Rhabarber Oxalsäure, die man auch zum Schutz der Biene vor der Varroa Milbe nutzt.

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Warmes Frühstück – Haferflocken & Honig

24. Mai 2010

Warmes Powerfrühstück mit Haferflocken

An warme Haferflocken konnte ich früher nicht ran. Jetzt habe ich diese wunderbare Leckerei  entdeckt, die nicht nur Kraft gibt, sondern auch richtig lecker, eine willkommene Abwechslung zum herkömmlichen Weizenmehlfrühstück ist, und was man nicht glaubt, aber tatsächlich wahr ist, schnell zubereitet ist.

Für zwei Portionen – eine kleine und eine große Frühstücksportion, nimmst Du 5 schön gehäufte Esslöffel Haferflocken in einen kleinen Topf. Dazu gibst Du ¼ Liter Wasser und lässt das Ganze kurz aufkochen, ein paar Minuten (3-5 min) reichen,  damit die Haferflocken quellen. Je nachdem wie cremig Du es willst (lange kochen heißt sehr cremig, irgendwann merkst Du die Haferflocken gar nicht mehr). Später gibst du etwas Milch dazu. Wer es milchig mag, macht alles mit Milch. Bis jetzt ist das wenig schmackhaft, aber nun das Geheimrezept: Du nimmst eine Handvoll Rosinen (Du kannst auch andere Trockenfrüchte nehmen), eine Brise Salz, etwas Zimt (je nachdem wieviel Weihnachten du möchtest, ich liebe Weihnachten und mache auch viel Zimt rein) und 1 bis 2 gehäufte Löffel Honig (Sommerernte oder Hauptstadtlinde eignen sich wegen der Würzigkeit hervorragend) und einen 1-2 Esslöffel Mohn. Wer will reibt eine Prise Muskat rein (ich will früh meist nicht oder vergesse es). Zusätzlich schneidest Du ½ Apfel (auch Birnen eigenen sich sehr gut) in Stücken. Zum Anrichten legst Du die Apfel -Stückchen in eine Schale (ein paar legst Du zur Seite fürs Dekorieren), gießt die warmen Haferflocken drüber, packst die Äpfel drauf, garnierst das Ganze mit einer Minze vom Balkon, und falls griffbereit vorhanden, ein paar geschälten Haselnüssen, Mandeln oder Mandelpulver, und einem Löffelchen Sesamkörnern. Und schon kann das Gemampfe losgehen. Der Kaffee wird parallel zubereitet und ist meist zeitgleich fertig.

Rhabarber verhonigt + schnurpsig mit Salat

24. Mai 2010
Schnurpsiger Rhabarber mit Salat

Schnurpsiger Rhabarber mit Salat

Frisches schnurpsiges Obst und Gemüse, bei dem man noch für den Genuss arbeiten – also kauen muss, ist etwas sehr ursprüngliches und wunderbares – es hilft übrigens auch bei der Portionskontrolle (bilde ich mir zumindest ein). Rhabarber kannte ich bisher als Konfitüre oder Nachspeise, schön gekocht, mit einer Brise Rosmarin und Thymian ordentlich Honig sehr lecker. Nun haben wir unseren Rhabarber-Bauern auf dem Ökomarkt (im Bötzowviertel jeden Samstag ab 9 Uhr) einmal gefragt, ob wir Rhabarber auch roh essen könnten? Na klar. Der erzählte gleich von seinen Kindheitserinnerungen. Man kann Rhabarber wunderbar in Honig ditschen  und dann schnurpsen.  Dazu nimmt man am besten Rhabarber vom Bauern Deines Vertrauens, schneidet jeweils an den Enden ein Stück ab und schält ihn. Dann braucht man einen schönen flüssigen Honig (am besten Frühlingshonig mit Robinie) – falls Dein Honig nicht flüssig ist, verpasst Du ihm ein Wasserbad.  Und los gehst. Ditschen und kauen.

Für den Frühstückssalat nimmst Du eine große Stange Rhabarber, ein fast leeres Honigglas (so wie ich) oder für alle, die noch nicht soviel genascht haben, 5 Esslöffel Honig. Den Rhabarber schneidest Du in feine Stücke (vielleicht einen halben Fingernagel breit) und schwenkst Sie im Honig (das Glas eignet sich super zum Resteaufbrauchen, denn da passt die Rhabarberstange rein und man kann schön schütteln. Du nimmst Dir einen schönen frischen Kopfsalat und brauchst vielleicht 7 bis 10 Blätter davon, die wäscht und zupfst Du, dann gibst den in Honig geschwenkten Rhabarber dazu. Am besten noch 1-2 Teelöffel Traubenkernöl und drüber wie immer eine Handvoll geröstete und gehobelte Mandeln, und ein paar Sesamkörner.

Eignet sich wunderbar für den lauen Sommerabend als Vorspeise mit einem leichten Weißwein oder als Frühstücksbeilage oder einfach so. Und geht wie immer super schnell.

Apfel Gurke Radieschen Salat mit Honig

20. Mai 2010
Frühstückssalat auf Lavendel vor Minze

Frühstückssalat auf Lavendel vor Minze

Geheimnis:

Dieser Salat kombiniert süsse Früchte, frisches Gemüse und Nüsse. Eine ideale Kombination für den Start in den Tag. Ist ratzi fatzi zubereitet (10 Minuten) und Du kannst eine Stunde später locker 10 Kilometer Laufen gehen.

Was Du brauchst:

½ Gurke; 5 Radieschen; ½ Kohlrabi; 1 Apfel; ½ Birne; 1 Grapefruit; 1 Minzstengel (klein gehobelt); 2+ Teelöffel Frühlingshonig von BerlinerHonig; 2 Esslöffel Leinsamen zerkleinerte Mandeln und Haselnüsse

Was ist zu tun?

Du halbierst und viertelst einfach alles: Die Gurke, halbierst die Radieschen und schneidest sie in Scheiben, schneidest den Kohlrabi einmal quer und einmal längst, halbierst, viertelst den Apfel und die Birne und schneidest sie dann in 1 bis 2 cm große Stücke. Die Grapefruit halbieren und die Filets und den Saft über den  Salat geben. Die gehobelte Minze einmischen.

Salat auf einfarbigen Schalen anrichten, mit jeweils 1 Löffel Leinsamenkörner dekorieren, etwas zerkleinerte Mandeln und Haselnüsse dazu und 1 bis 2 Löffel flüssigen Frühlingshonig von BerlinerHonig verteilen. Fertig ist der Frühstückssalat.

Hiddensee Honig & Hiddensee Lesung am 11. Mai 2010

6. Mai 2010

Als Berliner ist unsere Lieblingsinsel die Insel Hiddensee, auf der es am schoensten im Fruehjahr und Herbst ist. Ganz frueh geht es los. 3 Stunden Auto- oder Zugfahrt sind es von Berlin. Dann ist man in Stralsund und setzt sich in die Faehre nach Neuendorf, Vitte oder Kloster (das sind die drei Haefen der Insel) und ist – wenn man nicht die Faehre verpasst – gegen Mittag auf einem der schoensten Ecken Deutschlands. Fern jeglicher Baederkultur als autofreie Zone, ist Hiddensee ganz unberuehrt, rauh, einfach nur Heide, Duenen und Meer. Mit einer gehoerigen Portion Geschichte.

Vor ein paar Tagen hatten wir das Vergnuegen uns wieder von der Flora und Fauna der Insel zu ueberzeugen, massig Hummeln in der Heide zu begegnen, auf ausgehungerte Bienen zu treffen und Buden bauende Solitaerbienen zu beobachten. Auf der Insel gibt es ein kleines Bienenhaus und einen Bienenwagen. Da Hiddensee den bluehenden Baeumen und Pflanzen Berlins um 3 Wochen nachsteht, ueberraschte uns das fehlende Gruen, was uns bereits im April verwoehnte. Nach einem Treffen mit dem einheimischen Imker (dem ehemligen Inselarzt) wissen wir, dass die Bienen sich erst im Spaetsommer an der Heide so richtig satt essen koennen. Vorher gibt es nicht viel.

Hiddensee Honig - Heidekraut auf Hiddensee

Heidekraut auf Hiddensee

Bienenwagen auf Hiddensee

Heidehonig aus Hiddensee, ein ganz aromatischer, kraeftiger Honig ist das Resultat einer langen Wartezeit. Als Insulaner schaetzt man sich gluecklich, ein kleines Glaeschen von diesem sehr seltenen Honig zu bekommen. Wer eine Kostprobe Hiddensee Honig moechte, schreibt mir.

Mehr ueber Hiddensee gibt es am 11. Mai um 20 Uhr im „Pfefferberg“, Haus 13; Schönhauser Allee 176 in Berlin, wo Marion Magas, eine bekannte Hiddenseeerin ihr neues Buch vorstellt.